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Das Internet wird unsere Gesellschaft verändern

with 14 comments

Immer wieder führe ich kontroverse Diskussionen zum Thema „Web 2.0“ mit Kolleg/innen, Kund/innen und Geschäftspartner/innen. Denn aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen mit dem Internet und den jüngsten Entwicklungen bin ich felsenfest davon überzeugt, dass das Internet unsere Wirtschaft und auch unsere Gesellschaft nachhaltig verändern wird.

Solche Thesen werden von „gestandenen Führungskräften“ und „etablierten Berater/innen“ häufig vehement in Frage gestellt. Denn sie sind der Ansicht, dass das Web 2.0 primär was für Teenager, Freaks und Nerds ist. Auch die Wissenschaft misst dem Thema (nach meiner Wahrnehmung) noch relativ wenig Bedeutung zu.

Anders sieht es Prof. Dr. Kruse. Er ist als hochkompetenter Wissenschaftler, Vortragender, Berater, Unternehmer und aktiver Internet-Prosument davon überzeugt, dass die Netzwerkkultur die Gesellschaft sehr wohl verändern wird. Sein Keynote-Vortrag zum Thema „Revolution 2.0 – Wie die Netzwerkkultur die Gesellschaft verändert“ ist vollgepackt mit fundierten Fakten, Beispielen und Hypothesen zur weiteren Entwicklung des Internets. Hochspannend und in vielen Punkten auch eine Bestätigung für „internetaffine Manager/innen“ :-)

kruse_netzwerk

Die Slides zum Vortrag können Sie sich auf Peter Kruses Blog herunter laden.

Nachtrag: Unsere Zukunft in der Matrix (ZEIT online)

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Written by SH

5. November 2009 um 11:18

Veröffentlicht in Management, Präsentation, Video

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14 Antworten

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  1. danke für den Hinweis

    Eberhard Huber

    5. November 2009 at 12:57

  2. Ich denke, dass das Internet die Welt so stark bzw. schwach verändern wird wie der elektrische Strom: eine absolut selbstverständlich immer verfügbare „Grundlage“ – wie fließend Wasser, Strom und Gas. Und in dieser Selbstverständlichkeit der ständigen Verfügbarkeit wird die Normalität eintreten, die doch jetzt schon anklopft:

    Klar, wenn man wollte, könnte man jederzeit und stundenlang im heißen Whirlpool sitzen und Fernsehen. Aber man tut es nur, solange es nicht Gewohnheit wird.

    Die Pioniere – so will ich sie jetzt mal nennen – der Web 2.0 gelten heute als Nerds, aber sie schaffen die Verhältnisse der zukünftigen Normalität.

    Ich für meinen Teil schalte mein iPhone seit einigen Tagen am Abend aus, lass meinen Mac oft im Büro und bin froh, keine Social Media und Blogs um mich zu haben. Und keine Emails.

    Meine Projektion: der Zenit der Entwicklung ist überschritten worden. Nun kommt – langsam aber sicher – das Zeitalter der maßvollen und zielgerichteten Verwendung von Webapplikationen (und Social Media).

    Nur meine zwei Groschen.
    Oliver

    Oliver Ruhm

    5. November 2009 at 13:57

    • Hi Oli,

      ich bin vollkommen Deiner Meinung, bis auf einen Punkt:

      Ich glaube nicht, dass der Zenit der Entwicklung überschritten worden ist. Ich bin davon überzeugt, dass sich das Netz sowohl technologisch und insbesondere „funktional“ noch wesentlich weiter entwickeln wird. Es wird in viele weitere Lebensbereiche vordringen und dann tatsächlich omnipräsent sein wie Strom, Wasser, Gas etc.

      Das waren meine zwei Groschen ;-)

      CU, Stefan

      S. Hagen

      5. November 2009 at 21:18

  3. Was mir dabei auffällt ist, auch Prof. Kruse, den ich wirklich mag, bringt nur Beispiele für die öffentliche Meinungsbildung und die Reaktion auf öffentliche Informationen.

    Mit keinem Wort erwähnt er die Revolution in unseren Firmen, in unseren Unternehmen.

    Ich bin der Meinung, dass alles was die 2.0 Wave behauptet für unser Privatleben und für einige Freiberufler stimmt, ebenso revolutionär, wie es Dr. Kruse beschreibt.

    Meinungsbildung, Meinungstranpsarenz, Menschenrechtsvergehen usw. alle dacord.

    Doch für unsere Unternehmensstrukturen sehe ich noch nichts revolutionäres passieren.

    Ich bin ein Freund der neuen Technologien, jeden Tag im Netz, Tauche ein, probiere aus, schaue an usw. und doch habe ich eine leise Stimme im Hintrkopf die mir ständig etwas von Brot und Spielen erzähhlt.
    Was, wenn das Internet ein globaler, vernetzer hoch dynamischer Circus Maximus ist, der uns davon ablenkt, wirklich etwas zu verändern?

    Die Revolution ist genauso Fakt wie sie von Prof. Kruse aufgezeigt wird. Ebenso ist es Fakt, dass ein schlecht geführter Automobilkonzern nicht nur fähig ist, Regierungen zu fobben, sondern es aucht tut!

    Ich sehe die Revolution heute vor allem im Marketing, in den Medien, in der öffentlichen MeinungsBILDung.

    Wir müssen noch einiges dafür tun, dass 2.0 Technologien Einzug in unsere Unternehmen halten, dass sie überholte Strukturen aufbrechen und eine gute Alternative dazu anbieten.

    Ich freue mich, wenn uns am 27. September auch dazu etwas einfällt ;o)!

    Gruß
    Gebhard

    Gebhard Borck

    5. November 2009 at 18:04

    • Hallo Gebhard,

      Du hast sicher recht, dass die „2.0 Wave“ in Unternehmen noch nicht richtig angekommen ist. Dass auch das passieren wird, halte ich nur für eine Frage der Zeit (max. 5 Jahre).

      Jener unternehmerische Bereich, der aber zwangsläufig am schnellsten erfasst werden wird, ist meines Erachtens der Marketing- und Kommunikationsbereich (im weitesten Sinne). Auch die interne Kommunikation wird in weiterer Folge immer weiter durch Web 2.0 bestimmt sein, dies wiederum wird (auch) kulturverändernd wirken.

      Weitere These: Das „Web“ wird mittelfristig auch dazu führen, dass Unternehmensstrukturen „web-mäßiger“ (sprich netzwerkartig) wahrgenommen und folglich auch gestaltet werden.

      Aber… Wer weiß es schon? Wir werden es sehen.

      Grüße, Stefan

      S. Hagen

      5. November 2009 at 21:29

      • Auch die interne Kommunikation wird in weiterer Folge immer weiter durch Web 2.0 bestimmt sein, dies wiederum wird (auch) kulturverändernd wirken.

        Ich stimme zu, dass die Kommunikation durch die Technologie bestimmt sein wird. Reicht das aus, um über ein Jahrhundert gültige Verhaltensparadigmen wie gezielte Informationszurückhaltung/ -manipulation, Nutzung von Information als Druckmittel, persönlicher Werttreiber, Schuldbeweis- und -entlastungskommunikation etc. aufzulösen?
        Da sagt meine Erfahrung, dass es in der Rolle des Angestellten doch mehr Beobachter als wirkliche Bewohner des Web 2.0 gibt.

        Wie gesagt, zur Meinungsbildung und -mache kommen die Technologien bestimmt bereits in 2010 an. Was darüber hinaus passiert ist zu hoffen und doch sagt Kruse an anderer Stelle ja selbst „Man kann die Individuen austauschen – Mitarbeiter 1.0 gegen Digital Natives – und doch bleibt die Kultur die selbe.

        Ich kenne ein bisschen die Internas in einem der Vorreiter-Unternehmen der Enterprise 2.0 Unternehmen und weiss, dass dort Themen wie inidividuelle Leistungsmessung, leistungsabhängiges Einkommen, quantitative Zielvorgagen usw. nach wie vor die Steuerungsmechanismen des Unternehmen sind, auch wenn in der Kommunikation Twitter, Blogs, Social Networks und so weiter genutzt werden.
        Es gibt einen Unterschied zwischen Aussehen und Gesundheit und bisher ist Web 2.0 in Unternehmen mehr Schminke und Optik, denn wirkliche Gesundung oder?

        Ob dafür 5 Jahre ausreichen?

        Wie gesagt lasst uns am 27. November hierzu ein Zeichen setzen. Ich freue mich, wenn das nach vorne geht!

        Gruss
        Gebhard

        Gebhard Borck

        6. November 2009 at 06:53

  4. Danke für den Verweis auf den Beitrag von Dr. Kruse. Dass das Thema der Kommunikation in Unternehmen nicht von ihm thematisiert wurde, halte ich für nicht so schlimm.

    Ich glaube, dass wir gerade eine gesellschaftliche Veränderung erleben. Menschen ändern ihr Kommunikationsverhalten. Auf einer der letzten Folien waren dies Menschen von ca. 30 Jahren (im Maximum der Kurve der Residents und Visitors). Ein Teil dieser Menschen wird in ca. 10-15 Jahren in den Schaltzentralen der Firmen angekommen sein. Diese Menschen werden Rollen wie „Bereichsleiter“, „Vorstand“ und ähnliches besetzen und dann weiter ihre gewohnte Kommunikation betreiben.

    Insofern stimme ich Dir – Stefan – gerne zu. Die Veränderung wird auch im Unternehmen ankommen. Ob das nun aber in 5 oder in 10 Jahren stattfindet, weiß ich auch nicht. Das ist aber letztlich auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass die gesellschaftliche Veränderung in der öffentlichen Kommunikation sicherlich auch Auswirkungen auf Unternehmen haben wird.

    Ich warte daher gespannt, was sich in den nächsten Jahren tun wird.

    Außerdem überlege ich mir schon jetzt, wie ich als Angestellter einen einen Blog zu einem Fachthema starten kann, ohne gegen Firmenrichtlinien zu verstoßen. Freiberufler (also nicht abhängig beschäftigte Personen) haben es da meines Erachtens leichter.

    Grüße,
    Thomas

    Thomas Bäro

    6. November 2009 at 08:01

    • Ein Teil dieser Menschen wird in ca. 10-15 Jahren in den Schaltzentralen der Firmen angekommen sein. Diese Menschen werden Rollen wie „Bereichsleiter“, „Vorstand“ und ähnliches besetzen und dann weiter ihre gewohnte Kommunikation betreiben.

      Hmmm, vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit Andreas Zeuch über ein politisches Engagement. Ganz nach dem Spruch aus dem Vortrag „Ihr werdet Euch noch wünschen, dass wir politikverdrossen sind!“
      Sein eindrücklicher Einwand war: „Du steigst ein als Idealist und dann wirst Du vom Deutschen Bundestag sozialisiert und nach 5 Jahren bist Du genau der Abgeordnete, gegen den Du vor 5 Jahren angetreten bist.“

      Übertragen auf Dein Kommentar verstehe ich das so:
      Wenn wir erst einmal den traditionellen Weg gehen müssen, über Hierarchie usw. bis wir an die Schaltzentrale kommen, dann haben die allermeinsten wohl vergessen, wofür sie gestartet sind und machen, wie von Kruse im anderen Blogbeitrag beschrieben, den Stiefel der Vorgänger weiter.

      Außerdem überlege ich mir schon jetzt, wie ich als Angestellter einen eigenen Blog zu einem Fachthema starten kann, ohne gegen interne Firmenrichtlinien zu verstoßen. Freiberufler (also nicht abhängig beschäftigte Personen) haben es da meines Erachtens leichter.

      Diese Einschätzung, finde ich, stützt meine Gedanken, dass es noch viel länger dauern kann als 5 oder 10 Jahre.

      So frei ist die Kommunikation im Netzt dann doch nicht und wir Freiberufler tuen es nicht zuletzt aus Marketingzwecken.
      Ich weiß, dass ich hier einige Aspekte unterschlage, doch in der weiten Mehrheit, trifft das wohl zu.

      Ich habe Mitte der 90er angefangen mich mit selbststeuernden Prozessen zu beschäftigen und seit Ende der 90er ist mir klar, dass es grundsätzlich geht. Meine Konsequenz: Ich war ungeeignet für gängige Anstellungsverhältnisse und wurde praktisch sofort nach dem Studium zur Selbständigkeit verführt.

      Dennoch hat sich in den Unternehmen in diesen 14 Jahren kaum etwas verändert. In der IT-Sprache würde man sagen: Das Interface sieht moderner aus, doch den Code haben wir seit Jahrzehnten nicht angefasst.

      Versteht mich nicht falsch. Ich arbeite dafür und freue mich, wenn Prof. Kruse recht behält und Stefan auch und sowieso alle, die daran glauben, dass 2.0 unsere Gesellschaft auch kulturell weiter bringt!
      Ich sehe es nur nicht wirklich … und schon gar nicht an den entscheidenden Stellen.

      Hier noch ein Zitat aus einem Fanta4-Text, der zu diesem Thema, finde ich, wunderbar passt:

      Es ist nicht Philosophie.
      Es ist bekiffte Unterhaltung.
      wir werden nicht wie unsere Alten,
      wir werden nicht wie unsere Alten,
      wir werden nicht wie unsere Alten,
      wir werden nicht wie unsere Alten,
      ich sag´s noch mal: NICHT WIE DIESER ALTE SACK!

      Keine Macht für niemand, Nazis raus und legalize it!
      Dieser Krach schon wieder, du ziehst aus und nimm den Scheiß mit!
      Und es stimmt!
      Wir sind genau wie unsere Alten
      und die sind wie ihre Alten
      und die sind wie ihre Alten
      und die sind wie ihre Alten
      und die sind wie ihre Alten,
      ich sag´s noch mal: DIE SIND WIE IHRE ALTEN! FUCK!

      Den gesamten Text gibt es hier. Das Lied heißt „Du mich auch“ und ist auf der Fornika zu finden.

      Gruß
      Gebhard

      Gebhard Borck

      6. November 2009 at 09:17

      • Hallo Gebhard,

        Du steigst ein als Idealist und dann wirst Du vom Deutschen Bundestag sozialisiert und nach 5 Jahren bist Du genau der Abgeordnete, gegen den Du vor 5 Jahren angetreten bist.

        Nach meiner Auffassung gibt es wahrscheinlich gute Gründe, warum viele Menschen auf dem Weg durch die Hierachien so werden, wie sie am Ende sind. Selbst Hausbesetzer und Steinewerfer haben sich auf dem Weg durch die Institutionen verändert. Offensichtlich gibt es also gute Gründe für die Veränderung.

        Dies hat aber auch eine Erkenntnis zur Folge:

        Menschen können sich und ihren Stil verändern. So verrückt wie es vielleicht gleich klingen mag. Wenn Menschen sich verändern können, dann kann dies grundsätzlich in jede Richtung geschehen.

        Wesentlich ist dabei, dass die Veränderung dem einzelnen Menschen, von dem sie ausgeht, etwas bringt. Es muss ein direkter Nutzen für diesen Menschen entstehen. Dann wird er bereit sein, den Aufwand (die Kosten) für die Veränderung zu tragen.

        Darüberhinaus gibt es noch einen zweiten Aspekt: Unternehmen haben sich doch schon oft verändert und auf technologische Trends reagiert. Ich bin schon zu jung dafür und kann mich daher kaum noch an eine Zeit erinnern, in der elektronische Kommunikation im Allgemeinen und e-Mails im Speziellen nicht verwendet wurden. Vielleicht gab es auch Zeiten, in denen Mitarbeiterzeitungen noch nicht so in Mode waren, wie heute. Sie sind inzwischen selbstverständlich. Vielleicht noch ein letztes Beispiel: Das Management meiner Firma veranstaltet regelmäßig Kamingespräche mit seinen Sachbearbeitern. War soetwas schon immer üblich?

        Wir schauen heute auf die Erungenschaften der Vergangenheit und nehmen diese als selbstverständlich hin. Dann schauen wir uns den letzen Stand der Technik und manchmal sogar den letzten Stand von Wissenschaft und Forschung an und lamentieren über die Rückständigkeit von Firmen oder anderen Gruppen. Dabei vernachlässigen wir aber bewusst die Veränderungen, die diese Gruppen bereits durchgemacht haben. Unternehmen werden sich aber weiterhin verändern. Und irgendwann werden Dinge, deren Abwesenheit wir heute bemängeln, selbstverständlich sein. Nur dann werden wir wiederum neue Technologien und Trends haben, gegen die die modernen Firmen dann wieder alt aussehen.

        Insofern glaube ich schon, dass sich auch Unternehmen ändern und damit anpassen werden. Aber eben nur dann, wenn es für diese Gebilde nützlich ist.

        Vielleicht geschieht das ohne twitter, weil unternehmerische Gründe gegen twitter sprechen. Dafür werden vielleicht andere Werkzeuge eingesetzt. Ich habe letztens einen Blog eines Autombilherstellers ausfindig gemacht (http://blog.daimler.de/); ebenso eine Website, bei der ein Hersteller kleine Videoclips zeigt (http://www.mercedes-benz.tv/).

        Nehmen wir einen anderen Hersteller. Der hat das Design eines seiner Fahrzeuge weltweit von der Web-Community mitentscheiden lassen (http://tinyurl.com/ycyvc9z). Wäre das vor 20 Jahren denkbar gewesen?

        Die zahlreichen Design-Entwürfe und Zuschriften der User zeigen den Fiat-Strategen, auf welche Details viele potenzielle Kunden besonderen Wert legen. Das könnte sich am Ende als cleverer Schachzug erweisen: Statt nach dem Motto „Friß oder Stirb“ ein fertiges Konzept zu präsentieren, können die Italiener auf das Feedback reagieren und am Konzept des 500 noch etwas feilen.

        Veränderungen werden stattfinden. Aber sie werden ihre Zeit brauchen. Davon bin ich überzeugt.

        Viele Grüße,
        Thomas


        Wenn Unternehmen twittern: http://tinyurl.com/osywfv

        Thomas Bäro

        6. November 2009 at 23:58

      • Hallo Thomas,

        ich freue mich schon, dass wir uns in knapp drei Wochen persönlich kennen lernen und bedanke mich für die Zeit, die Du und Herr Ostertag in Eure langen Antwortposts gesteckt haben.

        Das ist eines der Dinge, die ich an diesem Blog wirklich mag, Menschen nehmen sich Zeit für Antworten!

        Ich glaube auch, es gibt aus Sicht des Menschen immer gute Gründe für egal was er tut (wie ich aus Gesprächen mit einem Therapeuten weiss, gilt das sogar für Pädophile, Serienmörder usw.).
        Was ich noch einmal überdenken würde ist, dass ein direkter Nutzen notwendig ist. Picasso wäre so nie zur Meisterschaft gekommen, Edison hätte wohl die Glühbirne nicht erfunden und ich hätte nicht studiert …

        Ich bin vollkommen dabei, ändern tut/ wird es sich und die neuen Technologien haben/ werden ein gerüttelt Mass Anteil daran (haben).

        Mir fällt als Weltanschauungspunkt eine andere Unterscheidung ein, wie die von Prof. Kruse in Bewohner, Beobachter, Imigranten, Natives usw. und vielleicht erklärt das besser meine Skepsis ob der Veränderungsfähigkeit von Unternehmen durch die neuen Technologien und Möglichkeiten.

        Vorweg, ich glaube, beide Weltanschauungen funktionieren und in beiden werden die neuen Technologien/ Werkzeuge eine gewichtige Rolle spielen. Doch die Welt, die dabei heraus kommt ist eine sehr verschiedene.

        Weiterhin vorweg, ich habe den Gedanken erst seit ein paar Wochen in Entwicklung, weshalb er vermutlich einigermassen unsortiert und schwer verständlich rüber kommt. Bitte helft mir durch Nachfragen in der Präzisierung.

        In Vorbereitung auf unser Treffen am 27. überlege ich mir, was ist alles „sowohl als auch“ und was ist „entweder oder“. Beispiel:
        Hierarchie als Teil der Strukturierung ist ein sowohl als auch, die Ausprägung mag unterschiedlich stark sein und die Hierarchie an sich verschieden definiert, doch dass es eine soziale über-Unterordnung geben wird, steht für mich ausser Zweifel.
        Wenn das so ist, was sind dann entweder oder?
        Beispiel: Vertrauen
        These: Sobald ich an einer Stelle in einer Organisation, Gemeinschaft oder auch Gesellschaft einen systematischen Misstrauensmechanismus, wie etwa eine überwachbarkeitsklausel im Arbeitsvertrag, einbaue, habe ich eine Misstrauenskultur und keine Vertrauenskultur mehr. Stimmt die These, ist Vertrauen „entweder oder“.

        Worauf ich hinaus will ist folgende These:
        Ich kann mich als Gemeinschaft, Unternehmen, Volk, Völkergemeinschaft etc. zum Menschen hin/ zur Person hin orientieren, mit all den Stärken und Schwächen, die uns auszeichnen ODER ich kann mich zur Sache, zu Prozessen, Produkten, Procederen, Verfahren etc. hin orientieren mit all den Stärken und Schwächen, die daraus entstehen.
        Ergeben tut sich daraus eine Vor- und Nachstellung. Orientiere ich mich zum Menschen hin, dienen die Dinge dem Menschen. Orientiere ich mich zu den Sachen. Dienen die Menschen den Dingen.

        Was bedeutet das?
        Beispiel aus dem Leben. Zum Menschen hin orientiert = dm Drogeriemarktfilliale; zu den Sachen hin orientiert = Schleckerfilliale.

        Was bedeutet das weiterhin?
        These:
        Eine zur Sache hin orientierten Gesellschaft stellt den möglichen Erfolg des Einzelnen in den Fordergrund. Die anderen funktionieren im Sinne des Einzelnen und der, der bereit ist dieser einzelne zu sein, hat Anspruch auf das grösste Stück vom Kuchen.
        Schön daran ist, dass jeder Mensch diese(r) Einzelne sein darf/ kann. Das Potential für jeden Einzelnen ist unglaublich. Allerdings ist es auch ein wenig wie Lotto spielen. Der maximale Einzelgewinn hat eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit einzutreten. Macht aber nix, denn es gibt sie ja dennoch!

        These:
        Eine zum Menschen hin orientierte Gesellschaft kennt diese Helden, die herausragenden Einzelpersonen nicht mehr. Das Minimum sind Gruppen, die nicht einmal wirklich klein sein können. Dafür kennt sie kollektiven Erfolg, Massenintelligenz usw.
        In dieser Gesellschaft kann ein(e) Einzelne(r) nur dann höchstes Einkommen (z.B. Herr Ackermann) erzielen, wenn er eine zündende Idee (z.B. Bill Gates) hat. Wahnsinnseinkommen aufgrund der Position macht in dieser Gesellschaft keinen Sinn.

        2.0 Technologien sind „sowohl als auch“. Sie funktioneren in beiden Gesellschaften und bringen kulturellen Wandel in beiden Gesellschaften.
        Weil sie, meiner Ansicht nach, „sowohl als auch“ sind, bringen sie nicht zwingend den, wie ich es aus unseren Diskussionen heraus höre, Wandel zur Gesellschaft, die sich auf den Menschen ausrichtet.

        Und darin ist meine Skepsis begründet.
        Ich glaube sehr daran, dass sich die Gesellschaft noch nie schneller verändert hat, als sie das im Moment tut (allerdings glaube ich auch, dass haben alle Menschen immer von ihrer Zeit angenommen) und ich bin fest davon überzeugt, dass die neuen Technologien einen starken Einfluss auf unsere Kultur haben werden.
        Dass wir uns dadurch zwangsläufig auch uns selbst und unserem Menschsein nähern, dass ist es, woran ich Zweifel hege.

        Grüsse
        Gebhard

        Gebhard Borck

        7. November 2009 at 10:53

  5. Hallo Stefan,

    als Ergänzung und visuellen Unterstreichung der Aussagen von Dr. Kruse hier ein Link, den ich sehr passend finde: http://www.personalizemedia.com/the-count/

    Beste Grüße,
    Robert

    Robert Wiechmann

    6. November 2009 at 09:17

  6. […] Gefunden im Projektmanagement Blog […]

  7. Aber natürlich verändert sich’s.

    Wenn ein Glaubenskrieg losbricht, wie hier in der Schweiz geschehen, darüber, ob Angestellte der öffentlichen Institutionen Facebook nutzen dürfen – ob das der Arbeit abträglich sei oder nicht -, wenn unsere Schüler und Schülerinnen sich auf Nachhilfe-Seiten einloggen, um sich interaktiv bei ihren Projekten unterstützen lassen, wenn ich bestimmte Ordner mit meiner Geschäftsleitung synchron halte und wir gemeinsam an Texten schreiben, wenn ich nun „aktuelles“ auf unserer Homepage einfach mal kurz in meine Vernetzung schicken kann, wenn die Wasserversorgung von London automatisiert von einem Ort in Indien aus gesteuert wird und die Klimaanlagen grosser Geschäftshäuser in Singapur von einem kleinen Dorf am Zürichsee aus, wenn Wahlen entscheidend von „Online“ mitbestimmt werden, wenn, wenn, wenn.

    Was heisst denn schon Web 2.0? Es geht doch darum, dass einfach immer mehr alles mit allem verbunden wird und alle Verbundenen beteiligt aktiv mit dabei sind.

    Ich bin überzeugt davon, dass wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen, die wir noch überhaupt nicht begriffen haben: allein die nun allmählich anlaufende kommerziell relevant werdende Nanotechnologie hat ein unvollstellbares Potential.

    Ich habe das Privileg, dass ich als „älterer Herr“ und Digital Immigrant täglich mit Digital Natives zu tun habe (Nerds also). Was ich von ihnen lerne ist, dass ich trotz lebenslangem Lernen die Dinge immer noch so tue und vor allem in Strukturen denke, wie sie es sich schlicht nicht vorstellen können und nie vorgestellt haben.

    Jede neue Technologie wird zunächst dazu benutzt, das was gemacht wird, anders gemacht wird: schneller, einfacher, und mit einigen Verbesserungen. Das Potential der neuen Technolgie, einen paradigmatischen Wechsel zu bewirken, wird erst nach einger Zeit erkannt und genutzt.

    Und ich bleibe dabei: diese Jugendlichen werden eines Tages (wann ist eine sehr berechtigte Frage) in grossen und kleinen Firmen Entscheidungen darüber treffen, wie es nun gemacht wird und bis dahin werden dann andere die Nerds sein, von denen man nicht so recht weiss, wie ernst mann sie nehmen soll. Und was werden wir dann meinen, wenn wir von „Firmen“ und „Unternehmen“ sprechen?

    Vermutlich wird auch dann in den Stiefeln der Vorgänger weitergemacht, aber die Richtung in die gegangen wird, ist eine andere. Dass Macht, wenn man sie denn hat, das Verhalten prägt, das ist gewiss wahr, aber die Druckverhältnisse ändern sich doch sehr starkt. In meinem eigenen Bereich, Bildung mit besonderen Jugendlichen, ist das so. Wer nicht bereit ist zu einer gewissen Transparenz, zur Veröffentlich von Information, gerät sehr schnell unter Druck. Vergleiche ich die Informationsfreigabe der öffentlichen Verwaltung heute mit jener vor 5 Jahren, dann ist das überdeutlich.

    Es ist sicher so, dass grosse Unternehmen und die öffentliche Verwaltung nur sehr langsam von der Veränderung erfasst werden (und das ist auch gut so – nicht alles was neu möglich ist, muss auch gleich gemacht werden, Gott bewahre), aber die Veränderung findet statt. 10 Jahre zurückschauen und dann 10 Jahre in die Zukunft zu denken versuchen. Hat irgendwer „Veränderung“ gesagt?

    Aber natürlich verändert sich’s. Wenn wir nur wüssten wie!

    Nik Ostertag

    6. November 2009 at 14:02

  8. […] Vortrag mit dem oben genannten Titel, von Prof. Dr. Kruse habe ich bei Projektmanagement Blog gefunden. Viele fundierte Fakten zum Thema Internet und Social Media. Der Vortrag dauert ca. 35 […]


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