PROJEKTMANAGEMENT BLOG

Simplify your Projects!

Wie wird unsere Arbeitswelt in Zukunft aussehen?

with 10 comments

Wirklich gesicherte Antworten auf diese Frage hat niemand. Aber gewisse Entwicklungen zeichnen sich bereits jetzt ab. Bereits die vergangenen 15-20 Jahre waren von bislang kaum vorstellbaren Veränderungen geprägt. Aber das Tempo des Wandels wird weiter zunehmen, ob wir wollen, oder nicht.

Brilliante Präsentation!

Projektmanagement wird von vielen als DAS Instrument der Zukunft betrachtet, um „Change“ zu bewältigen und Innovationen hervorzubringen. Mir persönlich erscheint Projektmanagement – zumindest das, was die breite Masse aktuell darunter versteht – angesichts dieser Themen wesentlich zu trivial zu sein. Was meine ich damit?

Ich glaube, dass die meisten Projektmanagement-Theorien und Ansätze auf relativ stabilen Rahmenbedingungen und Grundannahmen aufbauen. Überspitzt formuliert: Eine Aufgabenstellung wird analysiert, daraus werden Ziele und Aufgaben abgeleitet, diese werden in eine Struktur und Reihenfolge gebracht und schlussendlich abgearbeitet.

Eines ist für mich sicher: So (trivial) werden die hochkomplexen Problemstellungen der Gegenwart und Zukunft nicht lösbar sein.

PS: Ich empfehle, die Präsentation via Slideshare herunter zu laden (ist als PDF-File verfügbar). Denn im Acrobat Reader kann man die Inhalte einfacher betrachten.

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Written by SH

29. Oktober 2009 um 21:50

10 Antworten

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  1. Hallo, Herr Hagen,

    Sie haben vollkommen recht. Bedingungen und Grundannahmen ändern sich ständig; auch für das Projektmanagement.

    Die ständig zunehmende Vernetzung macht es unmöglich, ein Projekt als isoliert und sauber von seiner Umwelt abgegrenzt zu betrachten.

    Somit ist auch das Denken in Prozessen überholt.

    Möglicherweise sind radikale Änderungen nötig. Am Anfang könnte ein neuer Begriff für etwas stehen, was heute das seit vielen Jahren so bezeichnete „Projekt-Management“ ausmacht. Ein anderes Wort für „Projekt“ würde sicher zu einem Umdenken führen.

    Schönes Wochenende!

    Eric Schreyer

    Eric Schreyer

    31. Oktober 2009 at 18:19

  2. Eric,

    kannst du mir erklären, warum du das Denken in Prozessen überholt findest? Jeden Tag sehe ich Menschen, die noch sehr funktional denken und eben gar nicht Prozess-orientiert.

    Meine Annhame ist, dass du aufgrund vorheriger Posts hier die Systemtheorie ansprichst.
    Zwar kann ich verstehen, dass gerade die Systemtheorie dieses Konzept wieder auf den Kopf stellt, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob wir einfach den Schritt überspringen können. Wenn meine Beobachtungen richtig sind, dann sind viele Unternehmen eher noch Funktions-orientiert und nicht Prozess-orientiert.

    Vielleicht ist meine Annahme falsch, wer wäre dann der Nachfolger aus deiner Sicht?

    Nicolas Kübler

    1. November 2009 at 11:56

    • Hallo, Nicolas,

      keine Denkweise ist jemals völlig überholt. Immer wieder stehen wir vor Problemen, für die Denkweisen adäquat sind, welche ansonsten nicht mehr im Zentrum unseres kulturellen Lebens stehen. Ein gutes Beispiel ist das „wilde Denken“, das nach den Erkenntnissen von Anthropologen heute noch bei Naturvölkern des Amazonasgebietes anzutreffen ist. Grundprinzip dieser Denkmethode ist der Zufall. Autoren von Management-Empfehlungen nennen es „Brainstorming“.

      In unserer Wirk- und Lebenswelt befinden sich Dinge, Fakten, Prozesse und Netzwerke. Sofern Prozesse ohne gravierende Informationsverluste von ihrer Umwelt abgerenzt werden können – also isoliert ablaufen – führt das prozessuale Denken zu richtigen Ergebnissen. Diese Stufe kann deshalb keineswegs einfach übersprungen werden.

      Als Berater müssen wir jedoch an der Spitze neuer Entwicklungen stehen. Unser Nutzen besteht darin, für die jeweils größten Herausforderungen die richtigen Fragen zu stellen und im Diskurs brauchbare und praxisrelevante Antworten zu finden.

      Komplexität ist eine dieser Herausforderungen. Wie können wir Komplexität reduzieren und beherrschbar machen, ohne ein triviales Modell der Wirklichkeit zu erzeugen? Welche Werkzeuge stellt das moderne Projektmanagement bereit?

      Das Wort „Projekt“ suggeriert m.E. einen von seiner Umwelt sauber abgegrenzten, singulären, Untersuchungsgegenstand. Es verleitet zu kausalem, d.h. zu linearem Denken; ein US-Amerikaner wurde „I love my ducks in the row“ dazu sagen.

      In Unternehmen findet in vielen Bereichen ein Übergang von vertikaler zu weit ausgreifender horizontaler Integration bzw. Vernetzung statt; auch in der Erstellung von Gütern und Leistungen. Diese neuen Strukturen überfordern das prozessuale Denken.

      Wie kann man dies den Beteiligten bewusst machen? Am besten gelingt es wohl durch unseren Sprachgebrauch. Deshalb mein Hinweis auf die Nützlichkeit neuer Begriffsbildungen.

      Ein Blick in die Vergangenheit zeigt die maßgeblich auf MALIK zurückzuführende Verhaltensänderung in der Aufgabenerfüllung; nämlich vom „Abteilungshandeln“ zum funktionsorientierten Handeln. Das war ein riesengroßer Effizienzgewinn. MALIK ist den selben Weg gegangen: Er machte aus Betroffenen Beteiligte und aus Abteilungen Funktionen sowie aus Abteilungsleitern Verantwortliche usw.

      Die jüngste und modernste Denkweise ist das strukturale – vernetzte – Denken.

      Eric Schreyer

      1. November 2009 at 18:12

      • Eric,

        vielen Dank! Ich glaube wir gehen in die gleiche Richtung. Zwar bin ich kein Experte im Thema Komplexität, aber wenn ich das richtig verstand, kann Komplexität nicht reduziert werden. Was teilweise funktioniert, ist das Erstellen von Modellen die die Komplexität bis zu einem gewissen Grad abdecken, allerdings eben nicht vollständig.

        Ich denke auch, dass „Projekte“ auch eine Art Model sind, die eben eine gewisse Umwelt abdecken, aber nicht alles. Wobei dieser Begriff sich gerade stark weiterentwickelt und immer mehr Facetten der komplexen Umgebung abdeckt.

        Zwar stimme ich zu, dass vernetztes Denken stattfindet, allerdings sehe ich in Unternehmen immer noch weitgehend funktionale Modelle. Prozesse existieren je nach Industrie und Bereich mehr oder weniger, aber orientieren sich oft sehr stark noch an funktionalen (Macht-)Grenzen.

        Bei welchen Aktivitäten siehst du das notwendigste Bedürfnis eine Funktions- order Prozessorientierung durch ein struktural vernetztes Denken abzulösen?

        Haben auch andere dazu eine Meinung?

        Nicolas Kübler

        3. November 2009 at 07:55

  3. […] PM-Blog: Wie wird unsere Arbeitwelt in Zukunft aussehen […]

    Die Zukunft der Arbeit

    2. November 2009 at 11:55

  4. Hallo Hr. Hagen,

    Zum Thema Flacher Globus, Veränderung der Arbeitsbedingungen, Herausforderungen im Zuge der Globalisierung kann ich das buch von Herrn Thomas Friedman „The World is flat: A brief history of the 21st century“ empfehlen.

    Er handelt diese Themen mit dem Begriff Globalisierung 3.0 sehr interessant ab.

    mfg,

    Michael

    Michael

    18. November 2009 at 07:40

    • Hallo Michael,

      „The World is Flat“ war 2005 ein sehr lesenswerter „Weckruf“ für diejenigen, denen es bis dahin nicht klar war, dass jeder Mensch, der Zugang zum Internet hat, Träger der Globalisierung ist (davor waren es große Konzerne und Staaten; Kolumbus machte für Spanien den Anfang).

      Heute haben wir die Situation, dass vielfältig vernetzte Unternehmen (GM, Quelle, aber auch so mancher Mittelständler) es nicht mehr schaffen, sich selbst zu verstehen; d.h. jahrelange Verlustwirtschaft zu beenden und wieder rentabel zu werden.

      Ebenso mangelt es an einem grundlegenden Verständnis der existenziell wichtigen Finanzmärkte sowie der Banken.

      Darauf, welche Methoden geeignet sind, unsere flache Welt verstehen zu können, gibt Friedman leider keine Antworten.

      Beste Grüße
      Eric

      Eric Schreyer

      18. November 2009 at 09:51

  5. Hallo Eric,

    Danke für deinen Kommentar und stimme dir vollkommen zu.
    Könntest du eventuell noch andere Literatur zu diesem Thema empfehlen?

    Vielen Dank

    mfg
    Michael

    Michael

    18. November 2009 at 12:43

    • Hallo Michael,

      der Klassiker ist

      Frederic Vester: Die Kunst vernetzt zu denken, Ideen und Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität,
      Deutsche Verlags – Anstalt.

      Beste Grüße
      Eric

      Eric Schreyer

      18. November 2009 at 13:57


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