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Was ist Management?

with 64 comments

41XDHAX7CPL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_AA240_SH20_OU03_Ich stelle immer wieder fest, dass der Begriff „Management“ in der Praxis häufig sehr negativ belegt ist. Managerinnen und Manager sind nach der Meinung vieler Menschen geldgierig, unfähig und teilweise sogar manipulativ und unehrlich. Dieser Eindruck hat sich durch die aktuelle Wirtschaftskrise noch wesentlich verstärkt.

Mein ein „>Zugang zu Management ist ein anderer. Natürlich kann man Management – wie fast jedes andere Thema auch – falsch und zum Nachteil anderer eingesetzt. Ich sehe im Management aber – gutgläubig wie ich bin – einen zentralen SCHLÜSSEL zur Erneuerung von Organisationen und sogar zur Erneuerung ganzer Gesellschaften.

Zuerst aber zu der Frage, was Management ist (und was es nicht ist). Nach Malik ist Management nicht

  • …Status, Rang und Privilegien,
  • …Betriebswirtschaftslehre,
  • …auf Wirtschaft beschränkt,
  • …nur Menschenführung,
  • …Geschäftemachen,
  • …Unternehmer zu sein,
  • …nur Topmanagement,
  • …identisch mit US-Management,
  • …identisch mit MBA-Programmen,
  • …identisch mit Sachaufgaben,
  • …Leadership.

Fredmund Malik: „Management ist die Transformation von Ressourcen in Nutzen.“ Nutzen entsteht immer außerhalb eines Unternehmens, nämlich bei demjenigen, der schlussendlich die Rechnung bezahlt. Entsprechend muss sich Management immer von außen nach innen orientieren. Weiters basiert Maliks Managementverständnis (wie auch das St. Galler Managementkonzept nach Ulrich) auf dem Konzept der (Management)Kybernetik nach Stafford Beer (Viable System Model).

Was nun aber ist Management? Management…

  • …ist die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung von komplexen, produktiven, sozialen Systemen. (Ulrich/Malik)
  • …ist die bewegende Kraft, überall wo es darum geht, durch ein arbeitsteiliges Zusammenwirken vieler Menschen gemeinsam etwas zu erreichen. (Ulrich/Malik)
  • …is a generic function which faces the same basic tasks in every country and, essentially, in every society. Management has to give direction to the institution it manages. (Drucker)
  • …ist ein Beruf, eine Praxis, eine Disziplin. (Malik)
  • …ist ein Handwerk, das man lernen kann (und soll). (Malik)
  • …bedeutet Aktion, es heißt Tun, es heißt Vollbringen. (Malik)
  • …ist der Umgang mit Komplexität. (Malik)

Um es kurz zu machen: Ich empfehle Euch das Buch „Management – Das A und O des Handwerks“ von Prof. Dr. Fredmund Malik zu kaufen. Hier wird Management schlüssig, umfassend und praxisnah erläutert. Ich persönlich kann aus derartiger Lektüre weitaus mehr Nutzen für meine Rolle als Projektmanager heraus ziehen als aus manch einem einschlägigen PM Werk.

PS: Ich freue mich schon auf spannende Diskussionen mit meinem Kollegen Gebhard . Der ist nämlich ein bekennender Gegner der Theorien und Ansätze von Malik. :-))

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Written by SH

31. Juli 2009 um 09:20

Veröffentlicht in Buchtipp, Management, Projektmanagement

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64 Antworten

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  1. Die oben genannten Thesen unterschreibe ich zu 100%. Ich frage mich ob es nicht besser wäre hierfür einen neuen Begriff zu verwenden. Dieses „Management“ hat nichts mit dem Management zu tun, das landläufig den schlechten Ruf hat. Hier handelt es sich doch um eine ganz andere Philosophie und Grundeinstellung.

    Eberhard Huber

    31. Juli 2009 at 09:35

    • Ist der Managementbegriff wirklich schon „tot“? Oder können wir es nicht schaffen, gutes, effektives, menschenwürdiges Management wiederzubeleben?

      Stefan Hagen

      31. Juli 2009 at 09:51

      • nein – ich will ihn auch nicht „tot reden“. Einen neuen Begriff müsste man auch wieder kommunizieren, da ist es wahrscheinlich besser den Punkt des menschenwürdigen Management zu machen. Es existieren zur Zeit schon zwei Pole: kürzlich fragte mich meine Tochter „Du bist doch auch (Projekt)Manager“ und sie fragte tatsächlich „was ich anders mache“ als jene über die in der Zeitung zu lesen ist. Das ist einer der Gründe warum ich die Pole zur Zeit sehr deutlich spüre.

        Eberhard Huber

        31. Juli 2009 at 15:49

      • Na wenn ich so nett eingeladen werde, dann will ich mich nicht lumpen lassen ;o)!

        Ein kurzer Einstieg zu der Frage, ob wir den Begriff Management los werden sollten oder nicht.

        Management kommt von Manus agere, was soviel wie „an der Hand führen“ bedeutet. Psychologisch heißt das, die geführte Person in die Rolle des Kindes versetzen.

        Ist es wirklich das, was wir von Führung erwarten oder als Führende tun wollen?
        Manager wollen das und nehmen es billigend in Kauf – der Zweck heiligt die Mittel!

        1. Gruß
        Gebhard

        Gebhard Borck

        3. August 2009 at 18:19

      • @Gebhard,

        wenn man es so betrachtet, hast Du sicher recht: Dann sollten wir uns vom Managementbegriff trennen. Welchen „Nachfolgebegriff“ würdest Du denn vorschlagen?

        Viele Grüße!

        Stefan

        PS: Oder sollten wir mal eine Umfrage machen?

        Stefan Hagen

        3. August 2009 at 18:25

      • @Gebhard … jetzt muss ich widersprechen „an die Hand nehmen“ heißt psychologisch gesehen nicht zwingend die geführte Person in die Rolle des Kindes zu versetzen. Jemanden in schwieriger Situation an der Hand zu führen kann auch eine ggf. temporäre Hilfestellung sein.

        Eberhard Huber

        3. August 2009 at 18:33

      • @ Eberhard
        Ich sehe es auch gar nicht als schlimm an, wenn man der Situation gerecht werdend, jemanden an der Hand nimmt und führt.
        Das ändert nichts an dier impliziten Rollenverteilung.

        Die Frage für mich ist, ob Mitarbeiter oder Menschen in Unternehmen, Organisationen und Projekte, das per se und ständig brauchen?

        Das es Situationen gibt, in denen das gerechtfertigt und sogar notwendig sein mag, will ich nicht sagen.

        Aber immer und ständig, sozusagen als Profilaxe-Aspirin für Organisationen????

        Gebhard Borck

        3. August 2009 at 18:58

      • @ Stefan:

        Ja, lass uns eine Umfrage machen!

        Welche Begriffen fallen denn den Blog-Teilnehmern ein?

        Gruß
        Gebhard

        Gebhard Borck

        3. August 2009 at 18:59

      • @ Eberhard
        Noch ein Aspekt zum führen.
        Ich bin davon überzeug, dass die Person führt, die handelt.
        Ganz unabhängig davon, ob sie Manager/ Führungskraft ist oder nicht.

        Ich beobachte allerding, dass Manager sich eher durch Zögern hervortun, denn durch wirkliches verantwortliches Handeln.

        Gruß
        Gebhard

        Gebhard Borck

        3. August 2009 at 19:01

      • Aber immer und ständig, sozusagen als Profilaxe-Aspirin für Organisationen????

        Definitiv nein, deswegen sprach ich auch von „temporär“. Wenn es zum Dauerzustand wird könnte man es auch „Entmündigung“ nennen“.

        Zum anderen Beitrag melde ich mich nochmal später, da ist mir gleich was eingefallen, muss aber leider gleich weg.

        Eberhard Huber

        3. August 2009 at 19:01

      • @ Eberhard

        Na ja, für ab und zu braucht es dann auch kein Management oder?

        Da braucht es intelligente Kollegen, das würde dann schon reichen.

        Gruss
        Gebhard

        Gebhard Borck

        3. August 2009 at 19:37

      • Jetzt fällt mir gerade der erste Satz auf: „Ist der Managementbegriff wirklich schon “tot”?“

        Leider ist er ganz und gar nicht tot!

        Aus der Herkunft und Grundidee des Managements heraus gibt es kein gutes, effektives und schon gar kein menschenwürdiges Management. Das wiederspricht schlicht voll und ganz des Ursprungs dieses Organsiationsteils.

        Meine Frage: Wie können wir Management eliminieren und vergessen machen? Was ist dazu notwendig?

        Mir würde es gefallen, das zu diskutieren!

        Gruss
        Gebhard

        Gebhard Borck

        3. August 2009 at 19:41

    • @Gebhard … für ab und zu braucht es wirklich kein Management. Ich beziehe mich jetzt auch auf Deinen längeren Beitrag, hier insbesondere auf den Abschnitt mit den selbststeuernden Gruppen. Gruppen steuern sich erst ab einem gewissen gruppendynamischen Reifegrad selbst. Um diese Reife zu erreichen benötigt es etwas was ich in Ermangelung eines besseren Wortes „teamorientiertes Management“ nenne. Eine Hilfestellung, Coaching oder teilweise handelnde Führung, die sich im günstigen Falle mit der Zeit ein großes Stück zurück ziehen kann. Immer wenn es zu Personalwechseln, veränderten Aufgaben oder Zielen kommt enstehen neue gruppendynmische Spannungen und in der Regel ein neuer Bedarf für ein unterstützendes, klärendes Eingreifen einer „Gruppenleitung“. Prinzipiell kann eine Gruppe auch aus sich heraus mit ihren eigenen Kräften diese Spannungen auflösen, es dauert aber in der Regel erheblich länger bis wieder ein handlungsfähiges Entwicklungsstadium der Gruppe erreicht wird.

      Meine Vision einer Organisation (Firma) ist ein Gebilde mit einer Vielzahl selbstorganisierter Gruppen, deren Gruppenleiter als „primus inter pares“ agieren und selbst wiederum Teil einer selbstorganisierten Leitungsgruppe sind. mit einer Gruppengröße von 8 Menschen lassen sich so mit wenigen Strukturebenen auch große Organisationen bilden. Ich nenne es bewusst Struktur- und nicht Hierarchieebene – die resultierende Organisation ist dann in sich selbstähnlich – mit der Selbstähnlichkeit fällt dann auch ein Strukturelement zur Beherrschung der Organisationskomplexität ab. Aber wie gesagt das ist eine Vision, und diese Leitungsfunktionen ist das was ich mir unter dem Begriff „Management“ wünschen würde – das hat nur sehr wenig mit dem zu tun, was landläufig unter „Management“ verstanden wird.

      P.S. hier noch ein paar ergänzende Ausführungen zu dem was ich mit Gruppendynamik meine:

      http://www.pentaeder.de/projekte/2009/07/01/teamphasen-projektmanagement-und-teamuhrwerk/

      http://www.pentaeder.de/projekte/2009/06/22/projektkultur-und-projekterfolg-henne-oder-ei/

      Eberhard Huber

      3. August 2009 at 20:05

      • @ Eberhard
        vielen Dank für den Beitrag zur Gruppendynamik. Inhaltlich stimme ich Dir voll zu. Meiner Rolle entsprechend habe ich ebenfalls heftigstes Bauchgrummlen, die Aufgabenstellung „teamorientiertes Management“ zu nennen. Für mich ist das ein unauflösbarer Widerspruch in sich.

        Hier meine These:
        Management ist aus seiner Herkunft (s. o.) unauflöslich mit formalmachtlicher, bedrohlicher und misstrauender Weisungsgewalt verbunden. Diese Weisungsgewalt steht vor allem dem Anspruch im Weg, dass die anderen Menschen verantwortlich, kreativ und intelligent im Sinne des Ganzen handeln.
        Da sich diese Gewalt nicht vom Management trennen lässt, ist Management nicht die Lösung und vielmehr das Problem.

        Deshalb fordern wir (meine zwei Kollegen Niels Pfläging, Dr. Andreas Zeuch und ich) auch „by-bye Management“ in unserer gleichnamigen Kolumne bei changeX (http://www.changex.de/d_a03258.html)

        Dennoch bleiben natürlich solche Dinge wie Gruppendynmaik, Erfolgsmessung, zielgerichtete Innovation als Herausforderung für das Unternehmen usw. bestehen.

        Nehmen wir einmal an, wir schaffen den Manager ab und damit den Kondensationspunkt für notwendige Aufgaben, denen sich Organisationen allerdings nicht richtig stellen wollen.
        Welche „neuen“ Rollenbilder müsste es dann geben, um nich in unkoordiniertem Tohuwabohu zu versinken.

        Erste Vorschläge von mir (ich freue mich, wenn sie hier im Forum Ergänzung finden):
        Professor – setzt in funktionsübergreifenden Gruppen (Zellen) permanent Lernprozesse in Gang, die die Teams auf die notwendigen Innovationen und Veränderungen einstellen und diese hervorbringen.
        Ritualmeister (ein besserer Begriff ist gesucht!) – hat das Verständnis für bestimte symbolische Akte, die die Entstehung, Entwickung und Pflege interne und externe Beziehungen stützen und über diese auch die Vision/ Kultur/ Unternehmenszweck/ Unternehmenssinn verbreitet.
        Ökonomische Anthropologe – trägt zum Verständnis der Normen und Werte von Handlungen sowie Überzeugungen der Netzwerkpartner bei.
        Unternehmensethnologe – trägt bei zum Verständnis unterschieldicher in der Organisation gelebter Kulturen und zeigt Wege auf, wie die Kulturen zusammen mehr erreichen als gegeneinander.

        Gruß
        Gebhard

        Gebhard Borck

        4. August 2009 at 09:24

      • @Gebhard … das mit den Rollen ist ein spannender Ansatz, ich werde im Laufe des Tages Deinen Artikel lesen und melde mich wieder.

        Eberhard Huber

        4. August 2009 at 10:06

      • @ Eberhard
        Schön, dass Dir der Ansatz mit den Rollen gefällt! Ich freue mich auf Deine Rückmeldung und wenn wir den Ansatz daraus weiter entwickeln können!

        Gruß
        Gebhard

        Gebhard Borck

        5. August 2009 at 10:25

  2. Auch ich stimme der These durchaus zu, jedoch stoße ich immer wieder auf die klassische ManagerInnen-Garde. Ein umdenken, kann nur durch einen Generationswechsel erzielt werden. Viele sind schon so eingefahren bzw. wurden in bestehende Strukturen gepresst, sodass sie zu MitläuferInnen wurden.

    Natascha Kretzl

    31. Juli 2009 at 09:53

  3. Eine Bitte: Lass es mich wissen, wenn Gebhard etwas schreibt… ;-)

    Stephan

    31. Juli 2009 at 10:47

    • OK! Alle warten schon auf die große verbale Keule von Gebhard Borck :-)

      Just kidding, Gebhard. Let’s not take things too seriously…

      Stefan Hagen

      31. Juli 2009 at 11:03

      • So schnell kann man berühmt oder berüchtigt werden ?!

        Nun „Only no publicity is bad publicity“.

        Ich finde es immer wieder nett, wie Autoren, wie z.B. Herr Malik, versuchen den Managementbegriff neu zu definieren und zu gestalten. Dabei nehmen sie alle die Herkunft und die Entstehung von Management billigend, ja sogar unterstützend in Kauf, ohne sie auszusprechen.

        Währenddessen haben die meisten der Konsumenten dieser Bücher ebenso wenig Ahnung davon, wie und warum Management entstanden ist und können sich schlicht mit den mehr oder weniger humanen (im Sinne von gutmenschlichen) Verbalkompromissen, die in den Büchern eingegangen werden identifizieren.

        Dabei ist es dann auch nicht verwunderlich, dass ich den Malikaussagen durchaus zustimme:

        …ist ein Beruf, eine Praxis, eine Disziplin. (Malik)
        …ist ein Handwerk, das man lernen kann (und soll). (Malik)
        …bedeutet Aktion, es heißt Tun, es heißt Vollbringen. (Malik)

        Was Management in meinen Augen sicherlich nicht ist, ist ein Umgang mit Komplexität!

        Management entstand aus der schlichten Erkenntnis von einem gewissen Frederick Taylor heraus, dass Arbeiter ihre Arbeitgeber auf deutsch gesagt systematisch bescheißen, weil sie ein Wissen über den Prozess hatten, das der Unernehmer eben nicht hatte. Taylor wusste das so genau, weil er seine Kollegen jahrelang ausspioniert hatte.
        Seine Antwort auf dieses Problem war „prozessexterne Kontrolle“ oder Management. Wie er es sagt: „Der Arbeiter arbeitet und das Management denkt!“

        Braverman drückt es so aus:
        „’Und Kontrolle ist in der Tat der zentrale Begriff aller Systeme von Betriebsführung, wie alle Managementtheoretiker stillschweigend oder ausdrücklich anerkannt haben.‘ Beispielsweise Leffingwell: ‘Wirksames Management impliziert Kontrolle. Die Ausdrücke sind in gewissem Sinne austauschbar, da Management ohne Kontrolle nicht vorstellbar ist.‘ Resümee bis hier ist, daß Arbeit ein nicht veräußerbarer Bestandteil jedes Menschen ist. Der Mensch kann nur seine Arbeitskraft in Abhängigkeit von einer bestimmten Zeitspanne an den Kapitalisten abgeben. Zugleich liegt in der menschlichen Arbeit ein unbegrenztes Potential der Mehrleistung. Management muß nun über die Stunden, in denen es Zugang zur menschlichen Arbeitskraft hat, möglichst viel Arbeitsleistung herausholen und dies funktioniert am besten über Kontrolle.“

        Ist man nun davon überzeugt, dass Leistung nur dann zustande kommt, wenn ein Mensch über mindestens einen anderen Menschen in diesem Verständniss Weisungskontrolle ausübt, dann braucht man sicherlich Management. Doch dann würde Stefan ja auch schon lange nicht mehr arbeiten oder?

        Manager geben keine sinnvolle Richtung vor, sondern nur eine Subjektive. Jede Ausrichtung am Kunden ist wirtschaftlich sinnvoller als Management.

        Management ist keine sinnvolle Steuerung von Unternehmen, da es Probleme nicht löst, sondern vielmehr produziert und vor allem anderen für die eigene Existenzberechtigung braucht.

        Dirk Baecker hierzu:

        Vom Nutzen ungelöster Probleme (Seite 79): Bisherige Ansicht, Betrieb ist das Problem und Management ist die Lösung.
        Drei Gründe warum dies nicht stimmt:

        Probleme und Lösungen verteilen sich auf das ganze Unternehmen und man kann froh sein, wenn das Problem richtig lokalisiert wird. Management bedeutet die Zentralisierung von Problemen. Nur die Probleme sind relevant, die das Management auch als solche anerkennt.
        Durch den Wettbewerb ist es oft besser komplex und nicht übertragbar zu arbeiten. Wie gesagt, Manager sind geeignet, um mit komplizierten Aufgabenstellungen umzugehen, nicht mit komplexen. Die Erklärungen dazu finden sich in diesem Blog an andrer Stelle ;o)!
        Mach’s kompliziert und finde kleine Lösungen, die nicht verallgemeinert werden können, das verschafft einen Vorsprung. Management will immer standardisieren, ansonsten können die wenigen Manager mit der Flut der Variablen nicht mehr umgehen. Manager lieben Effizienz und können keine Effektivität.

        Meine eigenen Gedanken zu dem Thema waren anno 1997 – ohne mich anmaßen zu wolle, bei Maliks Popularität mithalten zu können:

        Bisheriges Management
        Hierarchisch strukturiert.
        Verwalter für den Kapitaleigner.
        Kontrolleur der Kapitalvermehrer.
        Führung, Leitung, Verantwortung, Macht alles ist beim Einzelnen zu suchen.
        Großer Mechaniker des Motors Unternehmen.
        Basierend auf dem newtonschen Wissenschafts- und Weltbild
        Angepaßt an die Notwendigkeiten der Industriegesellschaft.
        Ausgehend von ständigem Wachstum.
        Stabilität und Kontrolle suchend.
        Ausrichtung auf die Vorhersagbatkeit der Zukunft.
        Kontrollnehmer, Steuerer sowie Zweck- und Sinngeber für die Mitarbeiter des Unternehmens.
        Verwaltung und dadurch Bürokratie als Lösung der Führungskompetenzproblematik.
        Der Vergleich zur Maschine definiert die Fähigkeiten des Menschen

        Neue Aspekte

        Nach Möglichkeit keine Hierarchie mehr.
        Mehr Vertrauen gegenüber dem Mitarbeiter.
        Kapitalvermehrer wird Kapitaleigner.
        Neue wissenschaftliche Erkenntnisse geben vielleicht Ansätze, mit den heutigen Managementaufgaben umzugehen.
        Gruppen, die sich selbst steuern und kontrollieren.
        Märkte wachsen nicht mehr und dadurch Verschärfung des Wettbewerbs.
        Zunehmende, nicht mehr zurücknehmbare Vernetzung weltweit.
        Unternehmen arbeiten global, Mitarbeiter leben lokal.
        Rettung (Ordnung) im Chaos
        Der Mensch ist brachliegende Produktivität.
        Veränderungen, Schwankungen und Instabilität fördert Kreativität, Flexibilität und Innovation.
        Der Mensch hat Zeit sich bereits während seines Arbeitens noch seinem Lebenssinn zu fragen.
        Der Mensch ist nicht Substanz, sondern Prozeß.
        Er wird Mensch und verändert sich unter Wahrung seiner Identität (Meyer Feie S. 50)

        Ziele der Kapitaleigner:

        Maximale Kapitalvermehrung
        Höchstmögliche Produktivität
        kurzfristiger Erfolg

        Ziele der Kopitavermehrer:

        Sinngehalt in der Arbeit/ Identifikationsmöglichkeit durch die Arbeit.
        Sicherung eines individuellen Lebensstandards.

        Konfliktlinien entstehen durch:

        Veränderter Markt/Wettbewerb (Bisheriger Engpaß war die Finanzierung, neuer Engpaß ist die Organisationsform; Dirk Baecker).
        Kapitaleigner ist ungleich Kapitalvermehrer.
        Autonome Gruppen stellen herkömmliche Funktion des Managements auf den Kopf.
        Technologien sind nicht mehr nur Hilfsmittel des Menschen, vielmehr ist der Mensch Bestandteil dieser Technologien.
        Der Suche nach einem Sinn, welchen ein stupides „Vor-sich-hin-arbeiten“ nicht geben kann.

        Ich hoffe, die geneigte Leserschaft nicht zu enttäuschen und freue mich auf Diskussion!

        Gruß
        Gebhard

        Gebhard Borck

        3. August 2009 at 18:54

  4. Ich habe nur ein paar CDs von Malik gehört und jetzt die Zitate von ihm gelesen. Dies möchte ich gerne meinem nun folgenden Kommentar mitgeben. Diese Information ist aus meiner Sicht notwendig, weil ich mich derzeit nicht auf eine detaillierte Diskussion über Maliks Lehren einlassen kann. Dafür kenne ich sie zu wenig.

    Nun aber der eigentliche Kommentar:

    Vergleiche ich Ulrich und Malik, so haben die Zitate von Ulrich für mich einen deutlich höheren Gehalt als jene von Malik. Auf der Grundlage genau dieser Zitate kann ich daher zur Zeit nicht nachvollziehen, warum ich diese Buch kaufen soll.

    Ich möchte dies gerne verdeutlichen.

    Ulrich sagt: „Management ist der Versuch der Gestaltung, Lenkung und Entwicklung von komplexen, produktiven, sozialen Systemen.“

    Seine Definition ist also eine tätigkeitsbezogene. Sie bezieht sich auf die Tätigkeiten „Gestaltung“, „Lenkung“ und „Entwicklung“. Dieser Tätigkeitsbegriff ist in sofern gut gewählt, da er konform zum Management Begriff der ISO 9001 ist. Diese Norm spricht von „Leitung und Lenkung“. Die Begriffe „Leitung“ und „Lenkung“ beschreiben dabei anschaulich jene Tätigkeit, die häufig auch als „Führung“ bezeichnet wird. Damit haben wir einen ersten Teil einer möglichen Wesensdefintion des Begriffs „Management“. Dieser Definition fehlt jedoch noch das Objekt auf dass sie eine Wirkung ausübt.

    Ulrich beschreibt hierfür treffend „komplexe, produktive, soziale Systeme“. Dieser Gegenstand des Management umschreibt somit eine ganz besondere Art von Systemen. Nach dieser Defintion können beispielsweise unproduktive Systeme kein Gegenstand von Management sein. Ohne nähere Betrachtung des Begriffs „Produktivität“ ist jedoch hier eine zustimmende oder ablehnende Haltung schwierig. Gut an dieser Definition ist jedoch die Möglichkeit, darüber zu diskutieren.

    Betrachten wir nun Zitate von Malik:

    1. Management ist ein Beruf, eine Praxis, eine Disziplin. (Malik)

    Die Aussage ist so richtig wie nutzlos. Es gibt noch viele andere Dinge, die ein Beruf sowie gleichzeitig eine Praxis und eine Disziplin darstellen. Die Definition ist also keine das Wesentliche beschreibende und somit nutzlos.

    2. Management ist ein Handwerk, das man lernen kann (und soll). (Malik)

    Das zweite Zitat ist ebenfalls keine wesentliche Beschreibung des Managementbegriffs. Somit gilt auch hier der Kommentar des ersten Zitats.

    3. Management bedeutet Aktion, es heißt Tun, es heißt Vollbringen. (Malik)

    Das dritte Zitat versucht den Managementbegriff über Tätigkeiten zu beschreiben. Grundsätzlich ein guter Ansatz (vergleiche Ulrich). Leider verwendet Malik jedoch solch allgemeine Begriffe, dass sie wieder keine wesentlichen Erkenntnisse über die Tätigkeiten des Managements bringen. Andere Berufe, Praktiken und Disziplinen bedeuten schließlich auch „Aktion, Tun, Vollbringen“.

    4. Management ist der Umgang mit Komplexität. (Malik)

    Das letzte Zitat ist aus meiner Sicht noch das Beste. Wie Ulrich verweist Malik hier auf „Komplexität“ (eine Diskussion über das Wesen von Komplexität kann gerne an anderer Stelle geführt werden). Aber auch hier schlägt die Verallgemeinerungsfalle zu.

    Denn auch hier gilt, dass viele andere Berufe existieren, die nicht Management sind. Praktiken und Disziplinen also, die ebenfalls mit Komplexität umgehen die jedoch nicht als Management im Sinne einer Wirtschaft betrachtet werden. Beispielsweise gibt es Sportler, die mit unheimlich komplexe Vorgängen in ihrere Sportart umgehen und dennoch nicht als Manager bezeichnet werden.

    Maliks Definitionen von Management sind hervorragend plakativ. Sie sind Statements mit Wirkung in einer Diskussion. Einer fundierten Analyse halten Sie meiner Meinung nach jedoch nicht stand.

    Beste Grüße,
    Thomas

    Thomas

    31. Juli 2009 at 18:27

  5. Für mich ist Fredmund Malik eine wertvolle Bereicherung der deutschen Management-Forschung. Als ich erstmals sein Buch „Führen, leisten, leben“ las, war das für mich eine Erfahrung, nach vielen vollkommen „amerikanisierten“ Business-Buch-Lektüren.

    Martin Seibert

    1. August 2009 at 13:28

  6. So, jetzt habe ich den Text auch wirklich einige Male gelesen und bin schon fast entrüstet!

    Ich sehe im Management aber – gutgläubig wie ich bin – einen zentralen SCHLÜSSEL zur Erneuerung von Organisationen und sogar zur Erneuerung ganzer Gesellschaften.

    Das ist nicht gutgläugib, das ist naiv und Verantwortungsverneinend. Ich bin auch nicht der Meinung, dass Manager im Besonderen Geldgierig sind. Dass sie allerdings manipulativ sind, liegt in der Natur ihrer Aufgabe und kann gar nicht anders sein.

    Kernaufgabe von Management und damit dem Manager ist es, vorauszudenken (zu planen), was und wie andere etwas umsetzen und im Verlauf zu kontrollieren, dass der Plan erfüllt wird.
    Für mich ist das, nimmt man mal den Begriff Management aus dem Satz heraus, eine gute Definition von Manipulation.
    Jemand plant voraus, was andere wie zu tun haben und kontrolliert die korrekte Umsetzung in seinem Sinne. Wie, Stefan, würdest Du Manipulation definieren, wenn nicht so oder so ähnlich.

    Manipulation als SCHLÜSSEL für Veränderung zu betrachten stimmt in einer Welt, in der man die Mehrheit der Menschen „zu ihrem Glück“ zwingen muss. In einer Welt der Selbstbestimmtheit, der allgemeinen Bildung ist das sicherlich kein adäquates Mittel, um sinnvolle Veränderungen zu erreichen. Auch wenn es nach wie vor weit verbreitet ist.

    “Management ist die Transformation von Ressourcen in Nutzen.”
    Das ist, mit Verlauf, Bullshit!
    Management ist teuer, aufwändig, blockierend, zeitfressend und, zu allem Überfluss, was seinen eigenen Nutzen angeht äusserst intransparent.

    Beispiele:
    Bei Mangement geht es um Macht, Prestige und Quantität (Recht hat der Abteilungsleiter, der mehr Mitarbeiter hat), nicht um Sinn, Konsequenz und Qualität.
    Spätestens wenn das zentrale Controlling mehr Mitarbeiter hat als der Vertrieb, sollte jedem klar sein, dass in diesem Unternehmen etwas nicht stimmt. Management braucht dafür erst einmal ein Reporting.
    Management braucht Probleme, selbst dann, wenn eigentlich gar keine da sind. Es kann einfach nicht sein, dass alles von selbst läuft.
    Management ist die Manifestation der Angst des Unternehmenseigners, dass die Mitarbeiter nicht sinnvoll, intelligent, wirtschaftlich und kreativ mit den Ressourcen des Unternehmens umgehen können. Es ist sozusagen eine Versicherung. Mit Versicherungen begegnet man einem Risiko, dass man ansonsten nicht aushalten kann. Im Besten Fall, kosten Versicherungen einfach nur Geld und passieren tut nichts. Will sagen, im Besten Fall kosten Manager nur Geld. Aufpasser Transformieren Resourcen nicht in Nutzen, das machen die, auf die sie aufpassen. Aufpasser kosten im Idealfall einfach weniger als der Schaden, den die Ressoruceninnutzentransformieren dem ursprünglichen Ressourceneigner zufügen könnten, wenn man sie ohne Aufpasser transformieren lässt.

    Management tut nicht, es lässt tun – das ist ein oftmals vergessener, entscheidender Unterschied. Denn wer tun lässt transformiert per se Ressourcen nicht in Nutzen!

    „Nutzen entsteht immer außerhalb eines Unternehmens, nämlich bei demjenigen, der schlussendlich die Rechnung bezahlt. Entsprechend muss sich Management immer von außen nach innen orientieren.“

    WOW, der gefällt mir. Eine sinnvolle Annahme mit einer Dummheit verbinden und dann hoffen, das es keiner Merkt.
    Ich unterschreibe den ersten Satz sofort. Wie allerdings soll ein Management, dass eine Hierarchie bedingt, die eine machtformale Über-/ Unterordnung darstellt fähig sein, sich daneben auch noch von aussen nach innen zu orientieren?
    Was ist ein Erfolg für einen Manager?
    Das, was sein Vorgesetzter als Erfolg ansieht.
    Wer ist sein Vorgesetzter?
    Ein Manager, nicht der Kunde, nicht einmal das Gesetz, nicht einmal der Interessensverband. Das Beweisen Monitor, Report, die Nachrichten, der Deutschlandfunk und zuguterletzt fast alle grossen Managements nahezu aller Unternehmen tagein tagaus.

    Ich schliesse daraus: Der gemeinsame Manager wird von seinem Managementsystem aktiv daran gehindert das Unternehmen von aussen nach innen zu denken. Durch diese Behinderung ist es ihm nahezu unmöglich, sich auch nur ansatzweise von aussen nach innen zu orientieren.

    Malik ist in der Formulierung sehr geschickt. Denn wie gesagt, den ersten Satz unterschreibe ich ungefragt!

    Gruss
    Gebhard

    Gebhard Borck

    4. August 2009 at 00:46

    • Hi Gebhard,

      danke für Deinen kritischen Blick auf den Managementbegriff und auf den obigen Blogbeitrag. Du regst mich und wohl auch viele andere dadurch zum intensiven Nachdenken und Hinterfragen an – und das schätze ich sehr. Oder anders formuliert: Soviel Spaß hat mir das Bloggen, Twittern und Kommentieren schon lange nicht mehr gemacht ;-)

      Nun aber zum Thema: Ich denke, wir haben im Hintergrund der Diskussion zwei Themen, um die wir uns immer wieder drehen.

      a) Wir haben ein semantisches Problem. Ganz offensichtlich definieren und verstehen wir Begriffe sehr unterschiedlich. Denn die EINE richtige Definition von z.B. „Management“ gibt es halt nicht.
      b) Ich glaube, dass implizit auch immer wieder das grundlegende „Menschenbild“, das jeder individuell hat und das unsere Wahrnehmung der Welt sehr prägt, eine große Rolle spielt.

      zu a) Meine Auffassung von Management ist geprägt von Autoren wie beispielsweise Drucker, Bleicher, Peters, Gomez, Malik oder auch Hamel. Gerade der Begründer des modernen Managements (wie er häufig genannt wird) – Peter F. Drucker – verleiht dem Begriff in meiner Wahrnehmung etwas sehr positives, kraftvolles und auch menschliches.

      zu b) Ich glaube ich an die Vielfalt, Einmaligkeit, Diversität, Individualität und Entwicklungsfähigkeit von Menschen. Und dieses Menschenbild steht für mich nicht im Widerspruch zu einem modernen Managementverständnis. Vielmehr bedingt das Menschenbild dieses Managementverständnis.

      Auf die einzelnen Punkte Deines Kommentars möchte ich gar nicht mehr eingehen, denn ich glaube, wir drehen uns etwas im Kreis.

      Offensichtlich ist, dass Du Dich klar GEGEN Management positionierst und ich mich klar DAFÜR. Ist halt immer eine Frage des Zugangs und der „Brille“, durch die man ein Thema betrachtet. Im Kern sind wir uns aber sicher einig: Dinge müssen Sinn machen (wie Du es ausdrücken würdest), sie müssen nachhaltigen Wert und Nutzen schaffen. Ich glaube, dass gutes, effektives Management das kann.

      Stefan Hagen

      4. August 2009 at 13:06

      • Hallo Stefan,

        Du bist ein Großmeister des Abbügelns!
        Die Aneinanderreihung von Dank, auf die Metaebene der Kommunikation gehen, aus dem Themendetail in die Größe zu zoomen, bis das Detail zu unscharf wird und dann den großen Kompromiss auszurollen ist schon genial, machst Du das bewusst oder unbewusst?

        Hier ist Dein Blog und Du bist der Gastgeber und damit der Führer der Kommunikation. Mit dem letzten Beitrag hast Du mich allerdings nicht mehr geführt und vielmehr gemanaged.

        Zu Deinem Glaubenssatz am Ende fällt mir ein.
        Ich glaube, dass Dinge und auch Wörter eine Herkunft haben und dies Herkunft im Wort Kraft hat. Management kann man heutzutage vielleicht unterschiedlich definieren, doch die Herkunft ist eineindeutig und kann bei Frederick Taylor unverblümt nachgelesen werden.

        Ich glaube darüber hinaus die Wörter gut und Management haben einen unterschiedlichen Kraftursprung, ich würde sogar so weit gehen, dass die dem Management zurgrunde liegende Geburtsidee unanständig ist.

        Ich bin nicht dagegen, ich sehe es nur nicht ein.
        Erkennst Du den Unterschied?

        Gruß
        Gebhard

        PS: Ich halte es für wertvoll für diese Uneinsichtigkeit zu kämpfen und etwas zur riskieren, anstatt mich mit den Gegebenheiten zu arrangieren.

        Gebhard Borck

        5. August 2009 at 10:22

      • Hi Gebhard,

        „Großmeister des Abbügelns“ – so hat mich auch noch niemand genannt (LOL).

        Bewusst oder unbewusst? Unbewusst natürlich ;-)

        Gastgeber und damit Führer der Kommunikation? Sehe ich überhaupt nicht so. Ist doch ein absolut gleichberechtigter Diskurs hier.

        Herkunft von Wörtern? OK, wenn der Wortursprung immer als Maßstab für die Anwendbarkeit eines Begriffs heran gezogen wird, dann hast Du wahrscheinlich recht. Doch dann frage ich mich: Müssten wir dann unseren gesamten Wortschatz danach durchforsten, wie der jeweilige Ursprung war? Oder können sich Begriffe, Konzepte und Verständnisse auch weiter entwickeln? Ich weiß es nicht.

        Ich denke, ich verstehe den Unterschied zwischen dagegen sein und nicht einsehen.

        Ich komme zum Schluss: Du trittst für eine Revolution ein, ich für eine Evolution.

        Schön abgebügelt? ;-)

        Grüße, Stefan

        Stefan Hagen

        5. August 2009 at 10:57

      • Stefan Hagen

        5. August 2009 at 11:01

      • Hallo Stefan

        ich freue mich und bedanke mich für Dein frohes und sinniges Gemüt. Das ist wirklich eine Bereicherung meines Lebens!

        Sicherlich geht es nicht um den Ursprung „jedes“ Wortes – obwohl das schon spannend ist ;o).

        Doch Management ist ja auch nicht irgendein Wort oder?

        Revolution und Evolution – schöner Vergleich.

        In einem Gespräch, dass ich mit Götz Werner geführt hat, gab er mir am Ende den Ratschlag: „Lassen Sie die Dinosaurier sterben und hüten Sie sich davor Ihre Energie in Lebenserhaltende Maßnahemen zu stecken. Wollen Sie etwas erreichen, geben Sie Ihre Kraft denen, die etwas Neues damit anfangen wollen.“

        Ich habe viel über diesen Ratschlag nachgedacht und nehmen ihn mir inzwischen sehr zur Herzen.

        Meine Entscheidung ist, von mir aus keinem Dinosaurier mehr Energie zu geben und den Tod der Dinosaurier billigend in Kauf zu nehmen.

        Revolution ist für mich der Versuch, einen Manager zu bekehren, weiter zu entwickeln usw.

        Evolution ist für mich der Versuch, Alternativen zu kennen und anzubieten, so dass Menschen gar nicht erst zu Managern werden.

        Die Konsequenz aus beidem, und hier sind wir uns sicherlich einig ;O), ist das Ende dieses, von mir an seiner Herkunft abgeleiteten, unsäglich unmenschlichen Managements!

        Meine Frage an Dich – Was glaubst Du, macht mehr Mühe?

        Wer von uns steht nun für Evolution und wer für Revolution :D?

        Gebhard Borck

        5. August 2009 at 11:11

      • Hi Gebhard,

        frohes und sinniges Gemüt – ja, ich denke tatsächlich, dass dies auf mich zutrifft.

        Götz Werner ist ein kluger Mann. Ich glaube allerdings, dass der Vergleich in Bezug auf das Management etwas hinkt, denn ich empfinde die Vertreter einer (nach meinem Verständnis) modernen Managementlehre nicht als Dinosaurier.

        Abgeleitet davon glaube ich eben auch nicht, dass Management sterben wird, sondern dass es vielmehr eine Renaissance erleben muss und wird. Wenn’s dann am Ende nicht mehr Management genannt wird sondern einen anderen Namen trägt: Mir auch recht!

        Ich sehe in einer Revolution einen klaren, radikalen Schnitt zu Dingen der Vergangenheit. Entsprechend kann ich Deine Auffassung der „Weiterentwicklung“ in diesem Kontext nicht ganz teilen. Diesen Aspekt hätte ich klar der Evolution zugeordnet.

        Für mich ist „Management“ eben nicht uneingeschränkt oder in überwiegendem Maße „schlecht“, sondern nur in einigen entscheidenden Teilen und Aspekten weiterzuentwickeln. Ich glaube, dass wir hier sehr wohl auf den Konzepten von Drucker, Hamel, Peters, Malik, Welch & Co. aufsetzen können.

        Grüße,

        Stefan

        PS: Heute ist übrigens mein erster Urlaubstag – YEAH!

        Stefan Hagen

        5. August 2009 at 12:12

      • @Stefan @Gebhard …. auch wenn noch eine größere Antwort bzgl. der Rollen von mir aussteht, möchte ich kurz eine Frage dazwischen werfen.

        Auch über die Begriffe (R)evolution ließe sich lang diskutieren, mir geht es aber gerade mehr um die Frage ob wir in einem Kernpunkt übereinstimmen, es ist eine Frage nach der Priorität. „Soll das künftige Management (oder wie wir es auch nennen) den zu managenden Menschen dienen oder dient es einem übergeordneten Profitstreben?“ Klar – es dient beidem, die Priorität liegt für mich aber bei den Menschen.

        Wie steht Ihr dazu?

        Eberhard Huber

        5. August 2009 at 12:22

      • @Stefan,
        das müsste sich jezt Götz Werner einklinken, um den Punkt zu klären.

        Was mich interessiert ist DEINE, ureigene Definition von Management, kein Malik, kein Drucker ein echter, ehrlicher und reiner Hagen, darf ich den bekommen?

        @Eberhard In meinem Verständnis ist Führung Dienen, alles andere ist Management :D!
        Sinnerfüllend dienen kann man nur etwas Lebendigem. Totem (z.B. Profitstreben) zu dienen höhlt innerlich aus. Profit (müsste man dan auch mal genauer diskutieren) kann eine Konsequenz davon sein, dass ich anderen Menschen diene. Dem Profit als solchen zu dienen finde ich arm und schädlich.

        Allerdings ist das auch ein spannender Aspekt.
        Ich bin jetzt schon überrascht, wo uns dieser Blogbeitrag noch hinführt!

        Gruß
        Gebhard

        PS: @Stefan – schönen Urlaub!!!!

        Gebhard Borck

        5. August 2009 at 12:38

    • Hier meine (sehr spontane) Managementdefinition:

      Management dient dazu, die Schaffung von Werten und Nutzen zu unterstützen – jenseits von rein finanziellen Werten.

      Zu managen heißt zu dienen (den Mitarbeitern, den Kunden, dem Unternehmen).

      Management ist der Versuch, komplexe, psycho-soziale Systeme sinnvoll zu lenken. Diese Lenkung passiert primär dadurch, einen Rahmen zur effektiven Selbstorganisation zu schaffen. Ziel des Managements ist es dadurch auch, dass Management soweit möglich obsolet wird.

      Ein zentrales Ziel von Management ist die Förderung der Potenzialentwicklung von Personen und Organisationen.

      Management muss Spannungen wahrnehmen und gezielt nutzen / kanalisieren. Im Management gibt es – wie im richtigen Leben – kein richtig oder falsch.

      Stefan Hagen

      5. August 2009 at 13:03

      • Hallo Stefan,

        es dauerte ein wenig, bis ich wieder Zeit hatte.

        Hier, was Wikipedia dazu zu sagen hat:

        Management kann sowohl Leitungsfunktionen in Unternehmen und Organisationen bezeichnen als auch die Personen, die diese Funktionen ausüben. Das Wort leitet sich ab von englisch manage, dies von italienisch maneggiare „an der Hand führen“, dies von lat. manus „Hand“; die engl. Bedeutung wurde im 17./18. Jh. durch franz. ménagement beeinflusst.

        Die etymologische Wurzel des Begriffs Management ist nicht vollständig geklärt. Als mögliche Wurzeln kommen infrage lateinisch manus agere, „an der Hand führen“ oder „mansionem agere“, „das Haus (für den Eigentümer) bestellen“.[1]

        Zu Deiner Definition eine Frage:
        Übernimmt Management die Führung und wenn ja, wann und wie?

        Zu der Diskussion allgemein eine Frage an die Leser:
        Würdet ihr/ würden Sie die Definition von Stefan Hagen so übernehmen.

        In ca. 3 Tagen gebe ich dann mein Werturteil ab. Ich freue mich, wenn bis dahin ein paar andere dies schon getan haben, danke!

        Viele Grüsse
        Gebhard

        Gebhard Borck

        10. August 2009 at 15:32

      • @Gebhard:

        Danke für die Recherchen zum Managementbegriff. Die etymologische Herleitung ist die eine Seite, ein semantischer Zugang die andere. Dazu sagt z.B. der Sprachphilosophe Ludwig Wittgenstein (sinngemäß):

        Der Sinn der Worte steckt nicht in den Worten selbst, er entsteht erst durch ihren Gebrauch in einem bestimmten Anwendungskontext.

        Entsprechend gibt es für mich auch nicht DIE eine, wahre Definition des Managementbegriffs, sondern Management ist im jeweiligen Kontext zu sehen und zu verstehen.

        Ich habe von Anfang an offen gelegt, dass ich die St. Galler Managementlehre in diesem Zusammenhang für ein überzeugendes und größtenteils schlüssiges Konstrukt halte. Seit den Anfängen in den 70er Jahren (basierend auf Hans Ulrich und Walter Krieg) wurde diese integrierte Managementlehre – wie sie von den St. Gallern bezeichnet wird – laufend weiter entwickelt.

        U.a. wurden von Rüegg-Stürm 2002 „Das neue St. Galler Management-Modell“ publiziert, das drei wesentliche Weiterentwicklungen enthält:

        1) Aufwertung der ethisch-normativen Dimension
        2) stärkere Bezugnahme auf die prozessorientierte Sichtweise von Organisationen und Management
        3) stärkere Bezugnahme auf die „interpretative Wende“ (sinnhafte Konstruktion von Welt und Wirklichkeit)

        Soweit ich die bisherige Diskussion wahrgenommen habe, sind zumindest in den Punkten 1 und 3 auch einige Aspekte enthalten, die Dir ein großes Anliegen sind.

        Nun zu Deiner Frage: Übernimmt Management die Führung und wenn ja, wann und wie?

        Ja, Führung ist für mich eine Teildisziplin von Management. Führung ist aber dann nichts Verwerfliches, wenn man sie so interpretiert wie beispielsweise Anselm Bilgri: „Führen heißt dienen“ (vgl. z.B. folgender MM-Artikel: http://bit.ly/x8mvA).

        Wann Führung? Wenn es nötig ist (und nur dann). Selbstverständlich gilt die Prämisse der größtmöglichen Selbstverantwortung und Selbstorganisation. Aber ich glaube daran, dass es in den allermeisten Unternehmen punktuell auf Führung braucht.

        Wie? Auf der Basis von Werten und Prinzipien.

        Na dann bin ich schon mal gespannt, wie Du mich in ca. 3 Tagen auseinander nehmen wirst ;-)

        Grüße, Stefan

        Stefan Hagen

        10. August 2009 at 16:14

      • Hallo Stefan,

        Versprechen soll man halten!
        Schade, dass es keine weiteren Kommentare gegeben hat …

        Dein Hinweis auf führen und dienen findet sich auch bei Anselm Grüns „Menschen führen, leben wecken“. Schade, dass auch Herr Grün mit seinem realen „Management“ in mittelkurzer Vergangenheit eher Negativschlagzeilen gemacht hat ;o).

        Jetzt zu meinem angekündigten Kommentar:

        „Ich beurteile Deine Managementdefinition als romantisch naiv.“

        Warum?
        In Deinen Forderungen und Ausführungen sowie Deinem Wunsch, wie Management sein sollte, sind wir nahezu deckungslgeich. Wie wir auch bei unserem Treffen festegestellt haben, vereinen wir ein sehr kompatibles Menschenbild.
        Wo also falle ich vom Glauben an das Management und seine Entwicklungsfähigkeit ab?

        Das hat weniger etwas mit dem Wort – von mir aus kann es auch Kartoffelernter heißen – zu tun, als vielmehr mit diesem Krux des Führungsanspruchs.

        Zur Erläuterung eine These:
        Es führt, wer handelt!

        Darüber denke ich jetzt schon einige Zeit nach und komme immer wieder zum Schluss, dass es richtig ist.

        Dabei habe ich die Beschreibung von Führung soweit reduziert, wie ich konnte.

        Soll heißen. Für mich stimmt diese These ganz unabhängig davon, ob die führende Person Projektmanager, Bandarbeiter, CEO, Freiberufler, Abteilungsleiter oder was auch immer ist.

        Wenn diese These stimmt, dann steht ein formal definiertes Führungskonstrukt immer bis zu einem gewissen Grad dieser von mir definierten Führung entgegen und auch daraus ergibt sich der Anspruch des Managements auf die Kontrolle der Umsetzung seiner Führung.

        Führung hat, in meinem Verständnis, keine Kontrollmacht per se. Es hat nur einen persönlichen Anspruch auf Umsetzung aber keine Weisungsbefugnis. Das befördert dann Sinnkopplung. Kontrolle ist in dieer Führung dann ein allgemeines Gut von allen. Habe ich eine Führung durch Handlung, haben erst einmal alle Geführten das Recht, diese Führung zu kontrollieren. Lege ich beide Aufgaben, führen und kontrollieren, formal zusammen (= Management) hebe ich
        1. die Kontrolle der Führung selbst auf,
        2. nehme der Masse die Möglichkeit zu handeln und
        3. verhindere aktiv eine natürlich gesunde Turbulenz in der Führung (siehe mein Blogbeitrag vom Wolf http://tinyurl.com/l4cpsr)

        Da diese Zusammenlegung der Führungs- und Kontrollaufgaben im Zusammenhang mit Management nie in Frage gestellt wird (wie auch von Dir nicht), sehe ich in der weiteren Nutzung von Management als Begriff für eine sinnvolle Führung keinen SINN ;D.

        Als Begriff zur Abgrenzung sehe ich in Management sehr wohl einen Sinn. So kann man es auch im aktuellen Buch von Niels nachlesen (http://tinyurl.com/mjknw9).
        Ich denke, dort ist unsere Diskussion sehr gut in seinen Aspekten aufgegriffen.

        Die Hoffnung, dass man das Management selbst dorthin entwickeln kann geht mit dem Wunsch einher, dass das Kind das Spielzeug hergibt, dass nachgewiesenermaßen das Beste im Kinderzimmer ist und ihm am meisten Macht verleit.
        Das halte ich für romantisch und naiv, seit ich in den 90ern darüber meine Diplomarbeit geschrieben habe.

        Ich würde mich nach wie vor freuen, wenn sich auch andere Leser in die Diskussion wieder einklinken würden!

        Beste Grüsse
        Gebhard

        Gebhard Borck

        13. August 2009 at 09:48

  7. @Thomas,

    Du zitierst Ulrich:
    „Ulrich sagt: “Management ist der Versuch der Gestaltung, Lenkung und Entwicklung von komplexen, produktiven, sozialen Systemen.”“

    Genau das ist m.E. das Problem. Ich denke, dass das nicht funktioniert. Der Beobachter ist vom System nicht losgelöst (http://de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik_zweiter_Ordnung)

    Na ja, wenigstens spricht Ulrich vom „Versuch“, während viele Manager tatsächlich glauben, sie würden es „tun“. ;-)

    Stephan

    4. August 2009 at 10:04

  8. eine interessante Diskussion aber:

    1) etwas ernüchternd ist es schon dass Malik schon 1988 die Managementtheorien recht übersichtlich in zwei Arten aufteilen konnte, konstruktivistisch-technomorph und systemisch-evolutionär und dann auch die offenschtlichen Grenzen des konstruktivistischen Ansatzes in dynamischen Zeiten darstellen konnte. Die BWL reduzierte sich dennoch weiter zu einer Art „Finanzoptimierungswissenschaft“. Unter dem Schlagwort „Shareholder Value“ wurde dann auch vielen Shareholdern praktisch vorgeführt wie zukunftsträchtig solche Art verengter Optimierung sein kann.

    2) sprengt so eine Diskussion dann doch das Format Blog+Kommentar auf dem Schirm (oder ich bin doch noch zu sehr ein „Internetausdrucker“,Frust)

    Rolf Langhoff

    1. September 2009 at 14:06

    • Hallo Rolf,

      bei mir lässt sich der Beitrag und die anschließende Diskussion ausdrucken. Ich schick’s Dir als PDF zu.

      Grüße, Stefan

      Stefan Hagen

      1. September 2009 at 15:52

    • Hallo Rolf,

      ich verstehe das „aber“ noch nicht im Zusammenhang mit den Bloginhalten.
      Folgende Alternativen interpretiere ich hinein:
      – Nette Diskussion, doch die BWL ändert sich eh nicht.
      – Nette Diskussion, aber ein alter Hut.
      – Nette Diskussion, aber …

      Gerne würde ich das „aber“ besser verstehen, kannst Du es mir noch in anderen Worten sagen?

      Gruß
      Gebhard

      Gebhard Borck

      1. September 2009 at 16:03

      • Hallo Gebhard,

        2 interessante Interpretationsansätze. Aber so resignativ war es dann doch nicht gemeint :-)

        und,
        alte Hüte sind gelegentlich passender wie neue Basecaps und bei BWL ist neben der Vielfalt auch entscheidend was sich gerade praktisch durchsetzt (die herrschende Meinung würden die Juristen sagen.

        Weil ich zufällig gerade in der Arbeit von Malik (Strategie des Managements komplexer Systeme, 1989) gelesen und in Ulrich/Fluri Management 5. Aufl. 1988 meine alten Anmerkungen wieder gefunden habe fiel mir nur auf wie überholt die hierarchischen Management- und Führungsmodelle schon vor knapp 20 Jahren erschienen.

        Die Ansätze systemisches Management ff. sind in der Zwischenzeit auch weiter entwickelt worden, aber in der Praxis herrschen doch noch die alten Modelle.

        Ein Anlass den Begriff „Management“ zu kritisieren oder auch eine unverbrauchte Bezeichnung für diese Leistung zu suchen ist die öffentliche Diskussion in der Folge von Managementleistungen und Abfindungen.

        Einen anderen Anlass finde ich persönlich spannender und für die Praxis (Anwendung von BWL) konkreter:

        Die Auseinandersetzung mit der informationstechnischen Beschleunigung, abgehandelt unter Web20/Enterprise2o/DigitaleSpaltung macht die theoretische Auseinandersetzung mit Managementmodellen zu einem konkreten Entscheidungsproblem.

        Nach dem Vergleich der Organisation von Wikipedia mit verbreiteteten Organisationsansätzen kommen Komus und Wauch zu folgendem Schluß:

        „Die Gegenüberstellung der organisationstheoretischen Ansätze mit der Wikipedia zeigen, dass das Funktionieren der Wikipedia in vielen Aspekten bereits überraschend gut durch die bekannten modernen Organisationsansätze einzuordnen bzw. erklärbar ist. Vielleicht findet sich bei Wikipedia sogar in vieler Hinsicht eine konsequentere Umsetzung der modernen Organisationsansätze als es in der unternehmerischen Praxis verbreitet ist, so daß Funktionieren von Wikipedia an vielen Stellen nicht deshalb überrascht, weil keine Theorien existieren, sondern weil die Theorien weiter sind als die betriebswirtschaftliche Praxis, die die Empfehlungen noch nicht umgesetzt hat“ Komus, Wauch: Wikimanagement,2008 S.131

        Angenommen die technische Entwicklung erfordert in Konkurrenz zu anderen Wirtschaftsgebieten die beschleunigte Anpassung an die „modernen Organisationsansätze“. Nicht aus ehrenhaften humanistischen Überlegungen sondern aus aus der Berechnung dass sich die geforderte Produktivität bei der Wissensentwicklung nur in der Kombination IT und moderne Organisationsform erzielen läßt.

        Dann erscheint es schon etwas beunruhigend wie viel Zeit verschenkt worden ist. Die technischen Systeme lassen sich schnell installieren, aber grundsätzliche Veränderungen in der Kultur der Zusammenarbeit brauchen ein paar Minuten länger.

        Andererseits macht konkreter wirtschaftlicher Druck auch Veränderungen möglich die unter anderen Umständen nie in Gang kommen.

        So meine kurze Erläuterung zu meiner Bemerkung. Hab mir die Diskussion noch nicht ausgedruckt und somit sicher wesentliche Argumente unbemerkt überscrollt.

        Rolf Langhoff

        1. September 2009 at 17:18

      • Hallo Rolf,

        vielen Dank für Deinen langen Post, jetzt fühle ich mich nicht mehr so einsam ;o).

        Die Auseinandersetzung mit der informationstechnischen Beschleunigung, abgehandelt unter Web20/Enterprise2o/DigitaleSpaltung macht die theoretische Auseinandersetzung mit Managementmodellen zu einem konkreten Entscheidungsproblem.

        Angenommen die technische Entwicklung erfordert in Konkurrenz zu anderen Wirtschaftsgebieten die beschleunigte Anpassung an die „modernen Organisationsansätze“. Nicht aus ehrenhaften humanistischen Überlegungen sondern aus aus der Berechnung dass sich die geforderte Produktivität bei der Wissensentwicklung nur in der Kombination IT und moderne Organisationsform erzielen läßt.

        Dann erscheint es schon etwas beunruhigend wie viel Zeit verschenkt worden ist. Die technischen Systeme lassen sich schnell installieren, aber grundsätzliche Veränderungen in der Kultur der Zusammenarbeit brauchen ein paar Minuten länger.

        Andererseits macht konkreter wirtschaftlicher Druck auch Veränderungen möglich die unter anderen Umständen nie in Gang kommen.

        Ich stimme Dir zu, sehe allerdings keine starken Anzeichen, weder für den wirtschaftlchen Druck, noch dafür, dass wirklich ein konkretes Entscheidungsproblem besteht.

        In einem großen Unternehmen für das ich immer wieder Projekte leite und koordiniere wurde gerade das Phänomen Wikipedia in der Forschung untersucht.
        Ergebnis in Kürze: Außerhalb der Unternehmenswelt faszinierend und beeindruckend. Im Unternehmen nicht vorstellbar. Grund: Im Unternehmen entstehen dem einzelnen Menschen keine direkt ersichtlichen Vorteile daraus, wenn er sein Wissen teilt.

        Sieht man einmal die Möglichkeiten und was wir daraus machen, ist das schon ernüchternd. Allerdings hast Du recht, wenn Du sagst, dass kulturelle Veränderungen ein paar Minuten länger brauchen.

        Hierzu ein aktuelles Beispiel. Ich suche gerade nach einem Verlag für ein Sachbuch. Inhaltlich geht es im Buch um mein Thema Sinnkopplung. Als der Frage, was passiert, wenn Menschen mitarbeiten wollten und nicht müssten. Die bisherige Reaktion der bekannten Verlage ist mäßig bis negativ. Ein Hauptgrund dafür findet sich in einem Glaubenssatz der Verlage, den ich einmal so ausdrücken will: Eigenverantwortung hat uns in diesen Schlamassel gebracht, jetzt brauchen wir den verantwortlichen Staat, um aus der Misere zu kommen.

        Einige Verlage bevorzugen im Moment Sachbuchkonzepte, die nicht nach dem Neuen suchen und stattdessen das Alte stützen und darin vor allem die klare Übernahme von Verantwortung durch irgendwie geartete Obrigkeiten (sei es Manager, Politiker, Unternehmer oder wer auch immer).

        Unter solchen Prämissen dauert die Kulturveränderung wohl eher ein paar Stunden mehr und braucht noch so einiges an Druck, bevor sie zu einem konkreten Entscheidungsproblem wird.

        Beste Grüsse
        Gebhard

        Gebhard Borck

        2. September 2009 at 09:49

      • Hallo Gebhard,

        „Ergebnis in Kürze: Außerhalb der Unternehmenswelt faszinierend und beeindruckend. Im Unternehmen nicht vorstellbar. Grund: Im Unternehmen entstehen dem einzelnen Menschen keine direkt ersichtlichen Vorteile daraus, wenn er sein Wissen teilt.“

        deckt sich mit meinen Erfahrungen.

        Aber ich erwarte den wirtschaftlichen Druck nicht aus „interner Einsicht“ sondern durch die Konfrontation über den Markt mit Leistungen aus Unternehmen denen es gelungen ist sich die Produktivitätsfaktoren einer Wikipedia nutzbar zu machen.

        (Wikipedia drängt sich einfach durch Bekanntheit, Anschaulichkeit und Brockhaus auf)

        Eine Voraussetzung könnte da auch die Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen sein. (upps, wurde die nicht gerade wegrationalisiert?)

        so eine Frage:
        „wieso sind die Handbücher des Konkurrenten lesbarer, aktueller und dass auch noch ohne wahrnehmbare Handbuchabteilung?!“

        kommt irgendwann statt der Frage wozu Wiki ?

        Rolf Langhoff

        2. September 2009 at 10:24

      • Hallo Rolf,

        Eine Voraussetzung könnte da auch die Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen sein.

        Jetzt freue ich mich, denn das ist genau mein Thema Sinnkopplung. Schade, dass das gerade wegrationalisiert wurde …

        Gruß Gebhard

        Gebhard Borck

        2. September 2009 at 16:16

  9. PS. oje jetzt sehe ich wie so lange Kommentare entstehen. Im Eingabefenster sah es so kurz aus.

    Rolf Langhoff

    1. September 2009 at 17:19

  10. Hallo liebe Blogger und Kommentatoren,

    schon seit Wochen möchte ich gerne auch an dieser Diskussion teilnehmen, schaffe es derzeit aber aus zeitlichen Gründen nicht. Dennoch wollte ich die Gelegenheit nutzen, für dieses sehr interessante und spannende Gespräch zu danken. Es hat bei mir manchen Denkprozess ausgelöst und ich wünschte mir, dass am Ende der Diskussion jemand mal die unterschiedlichen Standpunkte (vielleicht in einem eigenen Blogbeitrag ;-) zusammenfasst.

    Bis dahin lausche ich weiter gespannt und hoffe, irgendwann auch mal ein wenig Zeit zum Kommentieren zu haben.

    Beste Grüße,
    Thomas

    Thomas

    1. September 2009 at 21:31

    • Hi Thomas,

      auch mich hat die Diskussion zum Denken angeregt. Werde das Thema sicher in den nächsten Wochen wieder aufgreifen und auch versuchen, die verschiedenen Positionen etwas heraus zu schälen.

      Grüße, Stefan

      Stefan Hagen

      1. September 2009 at 22:07

    • Hallo Thomas, hallo Interessierte,

      warum suchen wir uns nicht einen Termin, um uns zu treffen und das Ganze „Auge in Auge“ auszumachen.

      Mein Vorschlag:
      Stefan, der von seinem Glück noch nichts weiß, und ich nehmen uns die Inhalte vor und gestalten den Termin so, dass auch Erkenntnisse dabei heraus kommen, die jeder mitnehmen kann.

      Wir alle machen einmal unsere Köpfe frei und gehen die Sache jungfräulich an unter der Prämisse „Was für eine Führung wollen wir denn im 21. Jahrhundert“ und halten uns nicht länger mit Benamungen und solchen Dingen auf.

      Wir tragen die Unkosten gemeinsam und achten darauf, dass Stefan und ich uns nicht benachteiligt fühlen, weil wir die Organisation übernehmen.

      Ist das eine Idee?
      Wer wäre dabei?

      Einfach, um der Blog-Kommentar-ReKommentar-ReReKommentar … zu entgehen.

      Ist eine spontane Idee und soll bitte nicht falsch verstanden werden.

      Gruß
      Gebhard

      Gebhard Borck

      2. September 2009 at 09:35

      • Hallo zusammen, ich wäre auf jeden Fall dabei, würde bei Bedarf auch in der Vorbereitung mitarbeiten, könnte auch einen Raum zur Verfügung stellen, viele Grüße Eberhard

        Eberhard Huber

        2. September 2009 at 09:59

      • Wir haben einen Raum!!!!

        Herzlichen Dank Eberhard.
        Ich nehem an er ist in Ludwigsburg?
        Damit hätten wir dann auch einen Standort …

        Wie steht es mit dem Füllen des Raumes, ein kurzer Kommentar genügt, dafür sollte Zeit sein ;o)!

        Gruß
        Gebhard

        Gebhard Borck

        2. September 2009 at 10:02

      • Hallo zusammen,

        gute Idee, ich bin dabei!

        Grüße, Stefan

        PS: Bin heute etwas kurz, da ich noch einige Aufgaben zu erledigen habe.

        Stefan Hagen

        2. September 2009 at 20:00

  11. […] Wochen ist auf dem PM Blog eine intensive und überaus spannende Diskussion zur Frage „Was ist Management?“ entbrannt. In vielen Punkten waren wir uns einig, in anderen nicht. Nun bin ich wieder mal […]

    • hallo,

      ich würde auch an der Diskussion in Ludwigsburg teilnehmen.

      bitte haltet mich weiter informiert.

      Danke im Voraus, Gernot

      Gernot

      3. September 2009 at 09:58

  12. Ich würde auch teilnehmen. Bin aber leider von Ende September bis Mitte Oktober im Urlaub.

    Grüße,
    Thomas

    Thomas Bäro

    3. September 2009 at 22:43

    • Ich denke, vor Mitte Oktober finden wir wahrscheinlich eh keinen Termin. Werde mit Gebhard und Eberhard spätestens nächste Woche einige Terminoptionen koordinieren und dann wird „ge-doodle-t“.

      Grüße, Stefan

      Stefan Hagen

      3. September 2009 at 23:11

    • Hallo Thomas,

      da unsere Tochter Mitte Oktober zur Welt kommt gehe ich davon aus, dass es vor Ende November bei mir nichts wird.

      Will sagen, Ich freue mich, dass sich Interessierte finden und einen gemeinsamen Termin werden wir auf jeden Fall finden!

      Gruss Gebhard

      Gebhard Borck

      5. September 2009 at 10:33

      • Hi Gebhard,

        vorab schon mal herzlichen Glückwunsch zur freudigen Nachricht, dass Ihr im Oktober ein Töchterchen erwartet!

        In dem Fall wäre mein Vorschlag, dass wir das Treffen auf 2010 verschieben. Was meint Ihr?

        Grüße, Stefan

        Stefan Hagen

        5. September 2009 at 12:02

      • Hi Stefan,

        das fände ich nicht so schön.

        Man soll was auch immer schmieden so lange es heiß ist … ich würde es gerne noch dieses Jahr machen, was sagen die anderen?

        Gruß
        Gebhard

        Gebhard Borck

        5. September 2009 at 12:53

      • Hast Du auch wieder recht. In dem Fall müssten wir noch im September einen Termin finden. Wie wär’s mit einem Freitag?

        Stefan Hagen

        5. September 2009 at 12:59

      • Ich könnte anbieten:
        Freitag, 19. September (wir wollen auch noch was vorbereiten oder?)
        Freitag, 26. September und mit einigem Risiko
        Freitag, 09. Oktorber

        Wie sieht das bei Eberhard aus?

        Gruß
        Gebhard

        Gebhard Borck

        5. September 2009 at 13:03

  13. Hallo zusammen,

    sorry ich bin gerade ein paar Tage auf „Urlaub“ und die letzten Tage kaum online.

    @Gebhard, die vorgeschlagenen Termine sind Samstage. An den Freitagen zuvor hätte ich sicher am 08.Oktober Zeit. Den 18. und 25. September kann ich noch nicht sicher zusagen. Ob die an diesen Tagen geplante Veranstaltung stattfindet erfahre ich erst am 11.09. Wenn die ausfällt kann ich an allen drei Terminen.

    viele Grüße Eberhard

    Eberhard Huber

    6. September 2009 at 07:15

  14. P.S. @Gebahrd … alles Gute und Glückwunsch zum bevorstehenden Großereignis :-)

    Eberhard Huber

    6. September 2009 at 07:17

  15. Hallo zusammen,

    also ich könnte auch am 19. September abends. Danach bin ich leider bis zum 16. Oktober einschließlich unterwegs. Der Oktober fällt ja dann wegen Geburt aus (Herzlichen Glückunsch auch von mir).

    Und dem Kommentar mit dem heißen Eisen stimme ich gerne zu. Ich seh schon. 4 Wochen Urlaub am Stück macht mehr Probleme als man denkt.

    Grüße,
    Thomas

    Thomas Bäro

    6. September 2009 at 21:04

  16. […] in Nutzen.“. Einen Interessanten Beitrag samt umfassender Diskussion zum Thema “Was ist Management?” kann im PM-Blog von Stefan Hagen nachgelesen […]

  17. […] Was ist Management? (Stefan Hagen in seinem Projektmanagement Blog) […]


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