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Komplexität ist das Grundproblem des Managements

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Alle sprechen von Komplexität. „Die Welt wird immer komplexer.“ „Mann, ist das ein komplexes Thema.“ „Die Produktentwicklungen bei uns haben ein enormes Maß an Komplexität angenommen.“

Aber was bedeutet Komplexität eigentlich genau? Hier einige Definitionen:

  • Wikipedia: Komplexität (v. lat.complectari = umarmen, umfassen; Partizip Perfekt: complexum) bezeichnet allgemein die Eigenschaft eines Systems oder Modells, dass sein Gesamtverhalten nicht beschrieben werden kann, selbst wenn man vollständige Informationen über seine Einzelkomponenten und ihre Wechselwirkungen besitzt.
  • Wikipedia: In der Systemtheorie werden komplexe Systeme durch eine Reihe charakterisierender Eigenschaften beschrieben. Die Komplexität eines Systems steigt mit der Anzahl an Variablen, der Anzahl an Verknüpfungen zwischen diesen Variablen sowie der Funktionalität dieser Verknüpfungen (z.B. Nicht-Linearität).
  • Komplexität steht somit in Verbindung mit dem Systembegriff und der Systemtheorie.
  • Komplexe Systeme verfügen über eine Vielzahl von Systemelementen. Zudem stehen sich diese Elemente dynamisch gegenüber.
  • Fazit: Komplexe Systems sind nicht mathematisch genau zu berechnen, geschweige denn zu steuern und zu beeinflussen.

Die Komplexität in Projekten kann verschiedene Ursachen haben:

  • Einzelne Stakeholder (wie z.B. der Auftraggeber oder der Kunde) ändern laufend ihre Anforderungen, Ziele oder Meinungen.
  • Für die Lösung des Problems sind sehr viele Punkte zu beachten (Technologie, wirtschaftliche Ziele, Design, rechtliche Rahmenbedingungen, etc. etc.).
  • Das Umfeld, in dem sich das Projekt bewegt, verändert sich permanent. Dies ist gerade in dynamischen Branchen wie z.B. der IT oder der Elektronikindustrie gang und gäbe.

Ich habe bereits vor längerer Zeit mal einige Slides zum Thema der Komplexität verfasst. In diesem Vortrag ging es um das Thema „Managementkybernetik“. Diese Disziplin stellt eine wichtige Strategie im Umgang mit komplexen Problemstellungen dar (auch Komplexitätsmanagement). Hope you like it:

HIER können Sie die Präsentation übrigens auch als PDF herunter laden.

Meine persönlichen Top-3 Methoden im Umgang mit Komplexität:

  1. MindMapping in der Gruppe: Dokumentation möglichst vieler relevanter Punkte und Diskussion derselben.
  2. System-Modellierung (insbesondere mit dem Consideo Modeller)
  3. Konzentration auf eine permanente und vertrauenswürdige Kommunikation mit allen Stakeholdern. So entwickelt man ein Gefühl für das vorliegende System, was wiederum die intuitive Entscheidungsfindung erleichtert.
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Written by SH

9. Dezember 2008 um 00:55

Veröffentlicht in Management, Präsentation, Projektmanagement

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3 Antworten

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  1. Aber Vorsicht! Oft versteht man eigentlich etwas ganz anderes unter dem Begriff „komplex“, als was es tatsächlich bezeichnet. Meistens meint man eher „chaotisch“, „unübersichtlich“, „fluktuativ“, „instabil“, „mit vielen Unwägbarkeiten oder Unvorhersehbarem beladen“. Das ist ja eigentlich nicht komplex, denn ein komplexes System ist relativ stabil und strukturiert. Eines der komplexesten Systeme ist wohl das (menschliche) Gehirn. Das leistet zum Glück über mehrere Jahrzehnt konstant seinen Dienst und zeichnet sich durch eine hohe Strukturiertheit, ja sogar fast Übersichtlichkeit aus. Auf dem Weg zu höherer Komplexität durchläuft ein System eine sehr fluktuative Phase, in der es ausserordentlich sensibel auf kleinste Unterschiede reagiert. In dieser Phase erzeugt es sogenannte Entropie, die für das Chaotische zuständig ist und deshalb exportiert werden muss. Das ist die Phasae, in welcher die Leute stöhnen, wie komplex die Situation sei. Aber wirklich komplex ist das Systm erst, nachdem diese Phase durchlaufen ist.

    Peter Addor

    11. Dezember 2008 at 06:08

  2. @Peter: „…ein komplexes System ist relativ stabil und strukturiert.“

    Mein Begriffsverständnis von komplexen Systemen ist ein anderes. Ich stütze mich beispielsweise auf Gomez/Probst, die schreiben (1995, S. 15):

    „Hauptcharakteristikum komplexer Probleme ist also Dynamik, ein Eigenleben, das Auftreten immer neuer Muster und Konstellationen.“

    Im Gegensatz dazu sind komplizierte Systeme nach meinem Verständnis jene Systeme, die durch eine Vielzahl von Elementen bei relativ stabilen Wechselwirkungen und Verbindungen charakterisiert sind.

    Oder liege ich falsch?

    SH

    11. Dezember 2008 at 21:09

  3. […] Artikel „Was bringt Unternehmenssoftware?“. Zum Thema Umgang mit Komplexität hat zuletzt Stefan Hagen in seinem Projektmanagement-Blog […]


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