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Das funktioniert doch nur in der Theorie, aber niemals in der Praxis…

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Ich habe hier schon öfter erwähnt, dass ich die Seite www.umsetzungsberatung.de von Winfried Berner für eine der besten, kostenlosen Wissensdatenbanken zum Thema Change Management halte. Wirklich sensationell in Bezug auf Qualität und Quantität, was Hr. Berner da anbietet.

Natürlich zähle ich auch zu den Lesern seines Change Management Newsletters, den er regelmäßig verschickt. Im Newsletter, den ich heute erhalten habe, gibt’s einen Leitartikel zum Thema Theorie vs. Praxis. Ich finde den Artikel so treffend, dass ich ihn hier 1:1 wiedergeben möchte:

Liebe Change Manager,

ich ärgere mich ja nur im äußersten Notfall. Seit mir einmal bewusst geworden ist, dass man immer nur sich selber ärgert, habe ich beschlossen, mir diese ebenso nutzlose wie selbstquälerische Tätigkeit zu ersparen. Doch einer der Punkte, mit dem man mich immer wieder provozieren kann, ist jene dämliche Theorie-Praxis-Denkschablone: Dass etwas „theoretisch richtig“ sei, aber „in der Praxis nicht funktioniere“. Oder die ebenso hirnlose wie selbstgefällige Unterscheidung in „Theoretiker“ (soll heißen: Menschen, die zwar schlau daherreden, aber in der Praxis nichts gebacken kriegen) und „Praktiker“ (soll heißen: solche, die zwar nicht so gut argumentieren können, die Dinge aber zum Laufen kriegen).

Solange das nur ein polemischer Befreiungsschlag von jemandem ist, der argumentativ in der Defensive ist, will ich nichts dagegen sagen. Wer aber ernsthaft an diesen vermeintlichen Theorie-Praxis-Gegensatz glaubt, blockiert seine eigene Weiterentwicklung – und zwar nicht nur auf dem Gebiet der Theorie, sondern auch für seine Praxis. Die Theoriefeindlichkeit vieler Praktiker wird zur selbst gewählten Lernbehinderung. Denn was ist Lernen anderes als das Verstehen von Zusammenhängen – also letztlich das Entwickeln von (möglichst alltagstauglichen) Theorien?

Wenn etwas in der Praxis nicht funktioniert, kann es in der Theorie nicht richtig sein. Zumindest nicht vollständig. Natürlich gibt es in der Praxis immer wieder Fälle, wo eine vernünftige (= theoretisch richtige) Überlegung im konkreten Fall deswegen nicht anwendbar ist, weil ein paar übersehene Randbedingungen – vielleicht auch nur eine einzige – dem entgegenstehen. In diesem Fall hätte die „theoretische Überlegung“ wichtige Aspekte außer Acht gelassen, was zu unerwünschten Nebenwirkungen hätte führen können. Aber das ist ja kein prinzipieller Einwand gegen die „Theorie“, sondern nur ein Hinweis auf die Notwendigkeit, alle wesentlichen Randbedingungen zu berücksichtigen und die „Theorie“ entsprechend zu erweitern oder zu präzisieren.

Bei erfahrenen Praktikern machen sich Bedenken gegen einen ungeeigneten Vorschlag häufig erst einmal in einem „unguten Gefühl“ bemerkbar. Ihre „Intuition“ sagt ihnen, dass das so nicht funktionieren kann. Spontan fällt es ihnen oft schwer, ihr Unbehagen in Worte zu fassen und eine schlüssige und überzeugende Begründung für ihre Vorbehalte zu formulieren: Kein Wunder, entspringt diese Intuition doch keiner rationalen Analyse, sondern einer ganzheitlichen Bewertung, die wenigstens teilweise unbewusst oder vorbewusst abgelaufen ist. Doch es bringt überhaupt nichts, in solchen Fällen mit dem Theorie-Praxis- Knüppel auf den Vorschlag einzuhauen: Das schafft bloß Frustration und böses Blut. Das diffuse Unbehagen des erfahrenen Praktikers lässt sich sehr wohl erklären und rational verstehen, unter der einzigen Bedingung, dass man sich die Mühe macht, es zu tun. Denn letztlich steht hinter seiner Intuition nicht bloß langjährige Erfahrung, sondern vor allem das, was er aus diesen Erfahrungen gelernt hat: eine BESSERE Theorie!

Meine Anregung daher: Gönnen Sie sich ein paar Minuten, um über das Verhältnis von Theorie und Praxis nachzudenken! Es lohnt sich. Für die Praxis. Für Ihre Praxis.

Theorie und Praxis: Weshalb nichts so praktisch ist wie eine gute Theorie http://www.umsetzungsberatung.de/lexikon/theorie-praxis.php

Dem gibt es nichts hinzu zu fügen. :-)

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Written by SH

6. Februar 2008 um 16:43

Veröffentlicht in Allgemein

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