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Systemtheorie und Agiles Projektmanagement – NOOP.NL
Jurgen Apello betreibt mit NOOP.NL einen der europäischen Top-Blogs zu den Themen Projektmanagement und Softwareentwicklung. Inhaltlich nähert er sich den Themen aus Richtung der Systemtheorie, den agilen Vorgehensmodellen und den in allen Belangen notwendigen “Soft Skills”.
Zu seinen Hauptbeschäftigungen zählt es offensichtlich, bei internationalen Kongressen und Veranstaltungen Referate und Vorträge zu halten. Angesichts seines sehr fundierten Backgrounds ist es nicht verwunderlich, dass sich die Veranstalter offensichtlich um ihn reißen. Seinen aktuellen Input bei der “Agile Eastern Europe Conference” in Kiew hat Jurgen dankenswerterweise online zugänglich gemacht: “So, Now You’re An Agilist, What’s Next?“. Dabei geht Jurgen auf Erfolgsfaktoren “agil geführter” Projekte ein. Er leitet diese Faktoren aus systemtheoretischen und kybernetischen Erkenntnissen ab. Damit trifft er meines Erachtens EXAKT DEN ZEITGEIST – nach diesen Prinzipien muss ein zeitgemäßer PM Ansatz aufgebaut sein.
Die Folien zum Vortrag gibt’s in der Langfassung auch auf Slideshare.
Zugegebenermaßen muss man sich mit den Inhalten und Thesen des Vortrags länger als 5 Minuten auseinander setzen, um die Punkte zu erfassen. Ich finde jedoch, dass Jurgen damit einen wirklich großen Wurf gemacht hat. In diese Richtung muss sich das Projektmanagement weiter entwickeln.
“Welche Führung brauchen wir im 21. Jahrhundert?” – Sei live dabei.

© Raja Sambasivan, Flickr.com
Im Juli diesen Jahres habe ich einen Blogbeitrag mit dem Titel “Was ist Management?” verfasst. Bis zum heutigen Tag hat dieser Beitrag 64 Kommentare ausgelöst. Offensichtlich brennt das Thema Führung & Management vielen von Euch ähnlich unter den Nägeln wie mir. Sogar Fredmund Malik hat unsere virtuelle Diskussion mitbekommen.
Schlussendlich haben wir dann auf Gebhards Anregung hin beschlossen, die virtuelle Diskussion REAL weiter zu führen und zu vertiefen. Am kommenden Freitag, den 27. November, ist es nun endlich so weit. Eine Runde von 12 interessierten und engagierten Blog-Leser/innen trifft sich von 14-20 Uhr in Ludwigsburg, um gemeinsam folgende Frage zu diskutieren:
“Welche Führung brauchen wir im 21. Jahrhundert?“
Klar ist eines: Wir werden die Führung an diesem Nachmittag nicht neu erfinden können. Sehr wohl aber werden wir unterschiedliche Standpunkte und Meinungen, die teilweise bereits in der “virtuellen Diskussion“ sichtbar geworden sind, hier weiter vertiefen können.
Übrigens: Wir werden die Klausur via Video-Streaming live ins Internet übertragen. Den entsprechenden Link geben wir Euch spätestens am Donnerstag dieser Woche bekannt. Darüber hinaus haben wir einen Twitter-Account (QuoLeadership) eingerichtet, über den wir während der Klausur Anregungen und Inputs aus der “Internet-Community” aufnehmen werden. Wir sind selbst schon sehr gespannt, wie das funktionieren wird.
Außerdem ist geplant, die Diskussionen und Ergebnisse des Tages umfassend zu dokumentieren. Dadurch soll die Grundlage für weitere spannende Diskurse gelegt werden.
Weitere Informationen folgen…
Management vs. Unternehmertum
Sehr schön:
Das Internet wird unsere Gesellschaft verändern
Immer wieder führe ich kontroverse Diskussionen zum Thema “Web 2.0” mit Kolleg/innen, Kund/innen und Geschäftspartner/innen. Denn aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen mit dem Internet und den jüngsten Entwicklungen bin ich felsenfest davon überzeugt, dass das Internet unsere Wirtschaft und auch unsere Gesellschaft nachhaltig verändern wird.
Solche Thesen werden von “gestandenen Führungskräften” und “etablierten Berater/innen” häufig vehement in Frage gestellt. Denn sie sind der Ansicht, dass das Web 2.0 primär was für Teenager, Freaks und Nerds ist. Auch die Wissenschaft misst dem Thema (nach meiner Wahrnehmung) noch relativ wenig Bedeutung zu.
Anders sieht es Prof. Dr. Kruse. Er ist als hochkompetenter Wissenschaftler, Vortragender, Berater, Unternehmer und aktiver Internet-Prosument davon überzeugt, dass die Netzwerkkultur die Gesellschaft sehr wohl verändern wird. Sein Keynote-Vortrag zum Thema “Revolution 2.0 – Wie die Netzwerkkultur die Gesellschaft verändert” ist vollgepackt mit fundierten Fakten, Beispielen und Hypothesen zur weiteren Entwicklung des Internets. Hochspannend und in vielen Punkten auch eine Bestätigung für “internetaffine Manager/innen” :-)
Die Slides zum Vortrag können Sie sich auf Peter Kruses Blog herunter laden.
Nachtrag: Unsere Zukunft in der Matrix (ZEIT online)
Global Society
Gordon Brown, Prime Minister in Großbritannien, kannte ich bislang nur aus kurzen TV Berichten oder Zeitungsartikeln. Heute bin ich aber bei TED auf eine bemerkenswerte Rede gestoßen, die er im Juli diesen Jahres gehalten hat.
An bewegenden Beispielen macht Brown deutlich, dass es auf der Welt viele globale Probleme gibt, die wir nur gemeinsam lösen können. Er ist der Ansicht, dass wir nun erstmals in der Menschheitsgeschichte die Chance haben, eine “Global Society” zu schaffen (auf der Basis einer globalen Ethik, Kommunikation, Organisation und Zusammenarbeit).
Diese Rede macht mich sprachlos, betrübt, nachdenklich und hoffnungsvoll zugleich.
Sicher ist, dass nichts sicher sein wird.
Was wird die Zukunft bringen? Niemand kann es wissen, denn die Zukunft wird erst geschrieben. Aber eines ist sicher: Die Zeiten der Stabilität, Sicherheit und Planbarkeit sind vorbei. Alles wird schneller, dynamischer, komplexer und damit auch vielfach riskanter.
Die gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte werden enorm sein. Sie werden eine weitaus intensivere Kollaboration von Staatengemeinschaften, Volkswirtschaften, Organisationen und Einzelpersonen erfordern. “Kollaborative Kompetenz” wird ein Schlüssel zum Erfolg sein.
Ob man nun Projektmanagement, Teamorganisation, Selbstorganisation oder wie auch immer dazu sagen möchte: Wir müssen die Art und Weise, wie wir unterschiedliche Kompetenzen und Standpunkte zu sinnvollen Lösungen zusammenführen (sprich organisieren), wesentlich optimieren. Entsprechend muss auch Projektmanagement neu gedacht, teilweise neu erfunden werden. Agile Vorgehensweisen, Systemtheorie und Kybernetik oder auch virtuelle Netzwerke sind erst der Anfang.
Dr. Ian Goldin gibt uns in seinem hervorragenden TED-Vortrag “Navigating our global future” eine Ahnung, was auf uns zukommen könnte:
Innovationskultur – Vom Wettbewerbsfaktor zur Überlebensfrage.
Gestern durfte ich bei der innovation(night ein interessantes Referat von Michel Fleischhacker erleben. Hr. Fleischhacker ist seines Zeichens Chefredakteur der Österreichischen Tageszeitung Die Presse (hier geht’s zu seinem Blog). Unter dem Titel “Vom Wettbewerbsfaktor zur Überlebensfrage einer Branche” referierte er über den erdbebenartigen Umbruch, der sich derzeit in der Medienbranche vollzieht. Kernthese: Die meisten (eigentlich ALLE) Medienunternehmen haben noch kein Geschäftsmodell gefunden, das ihr aktuelles Geschäftsmodell ersetzen könnte. Und die Krux an der Geschichte ist: Den Medienprofis muss schnell etwas einfallen, sonst wird es zu einem Massensterben kommen.
Was mir an Hr. Fleischhackers Vortrag besonders gut gefallen hat: Er hat von Beginn an gesagt, dass er wesentlich mehr Fragen als Antworten präsentieren wird. So war’s dann auch. Diese erstaunliche Ehrlichkeit hat deutlich gemacht, wie ratlos viele Medienunternehmen derzeit sind. Und ich behaupte, dass dies nicht nur Medienunternehmen betrifft.
Was lernen wir daraus? Hier einige Gedanken, die mir durch den Kopf gegangen sind:
- Wenn wir erst in der Krise über Innovation nachdenken, ist es oft schon zu spät.
- Innovation (= Produkte, Services, Prozesse) und Change Management sind immer mehr als eine Einheit zu sehen. Denn Innovation ohne entsprechende strategische, strukturelle und kulturelle Weiterentwicklung der Organisation und ihrer Mitglieder funktioniert häufig nicht mehr.
- Wir müssen Innovationsprozesse ganz neu denken, öffnen und vielfach wesentlich flexibler gestalten (u.a. auch mit den Prinzipien des agilen Projektmanagements).
- Das Internet wird zukünftig in vielen Bereichen und in vielfältiger Weise noch wichtiger werden, wenn wir über Innovationen nachdenken.
- Kontinuierliche technische Innovationen werden vom Kunden vielfach schon voraus gesetzt. Erlebnisse, Design und Serviceinnovation spiele eine immer wichtigere Rolle.
- Die Geschwindigkeit, mit der wir (= Menschen, Organisationen, ganze Gesellschaften) uns den geänderten Markt- und Umfeldbedingungen anpassen, ist vielfach immer noch zu gering. (Auch wenn diesen Satz viele nicht mehr hören können – es ist leider so.)
- Ein systematisches Vorgehen (z.B. durch Innovationsprozesse, ein professionelles Projektmanagement, Kreativitätsmethodik etc.) ist nach wie vor wichtig. Wenn Unternehmen aber versuchen, zu stark zu “systematisieren”, geht der Schuss nach hinten los. Flexibilität, Agilität und Kreativität sind wichtiger denn je. Diese Faktoren werden durch eine Bürokratisierung von Innovationsvorhaben jedoch torpediert und teilweise unmöglich gemacht.
- Offene Innovation (open innovation) betrifft nicht nur das Hereinholen von Kunden, Lieferanten etc. in den Innovationsprozess. Es muss auch bedeuten, dass die an Innovationen beteiligten Personen ihren persönlichen Horizont öffnen. “Kooperative Kompetenz” ist das Gebot der Stunde.
- Wirkliche Innovation passiert in der Regel nur in Teams – und nirgendwo anders. Wir müssen die Art und Weise, wie Expertenteams miteinander arbeiten, nachdenken, kommunizieren und reflektieren wesentlich effektiver und effizienter gestalten.
- Und zum Schluss der wichtigste Punkt: “KULTUR macht einen Unterschied – nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch in harten betriebswirtschaftlichen Zahlen.” (Winfried Berner) Die wirklichen “Innovations-Champions” der Gegenwart und der Zukunft werden “great places to work” sein. Denn nur die wirklich “coolen” Unternehmen werden es schaffen, die besten Köpfe anzuziehen, zu entwickeln und zu halten. Und wenn man “Kultur” in diesem Zusammenhang als die Summe aller Gewohnheiten in einer Organisation versteht, dann ist natürlich auch klar, dass im praktizierten Führungsansatz ein zentraler Stellhebel liegen wird.
Abschließend noch einige interessante Links zu dem Thema, die mir in den letzten Wochen in die Hände gefallen sind:
Podcast: “Strategien umsetzen. Innovationsprozesse und Unternehmenskultur” mit Dr. Michael Groß (ehemaliger Weltklasse-Schwimmer) von Peakom (Studie zum Download)
4-teilige Innovations-Serie von meinem geschätzten Kollegen Jens Hoffmann (Hoffmann Consulting)
HAPPY INNOVATING!
Was Menschen im 21. Jahrhundert wirklich motiviert: SINN.
Mein von mir sehr geschätzter Kollege Gebhard Borck hat den SINN ins Zentrum seines Beratungsansatzes gestellt. Nicht ohne Grund: Denn es ist mittlerweile ausreichend erwiesen, dass uns SINN-losigkeit Milliarden kostet.
Nun habe ich bei ScrumSense.com einen wirklich hervorragenden TED-Vortrag von Dan Pink gefunden. It’s really worth watching the video!
Im übrigen spricht Dan Pink auch diverse Aspekte an, die Teil der kontrovers geführten “Management-Diskussion“ auf diesem Blog sind.
Emotionen in einer rational geprägten (Geschäfts)Welt
“Eine Emotion ist ein psychophysiologischer Prozess, der durch die bewusste und/oder unbewusste Wahrnehmung und Interpretation eines Objekts oder einer Situation ausgelöst wird und mit physiologischen Veränderungen, spezifischen Kognitionen, subjektivem Gefühlserleben und einer Veränderung der Verhaltensbereitschaft einhergeht. Emotionen treten beim Menschen und bei höheren Tieren auf.” (Quelle: Wikipedia)
Wir alle sind emotionale Wesen. Und ich glaube fest daran, dass Emotionen unser Leben maßgeblich bestimmen können. Und: Wir können unsere Emotionen (bis zu einem gewissen Maß) beeinflussen. Nämlich dadurch, wie wir die Welt sehen (möchten) – durch unsere kognitive Landkarte.
Kurz ein gedanklicher Sprung zum gestrigen Blogeintrag. Ich habe hier einen Vortrag von Tony Robbins verlinkt (den ich vorher übrigens nicht kannte). Eines war mir zu dem Zeitpunkt klar: Nämlich dass dieser Beitrag sicher die eine oder andere Reaktion hervorrufen wird. Warum? Weil
- Tony Robbins “ach so amerikanisch ist“,
- und weil “wir Europäer” doch mit dieser “oberflächlichen und kulturlosen” Art der Amis so wenig anfangen können,
- und weil er in dem Vortrag doch “inhaltlich eh nichts wirklich Gescheites sagt“,
- etc. etc.
Mir würden noch viele weitere mögliche Kritikpunkte einfallen, die dem einen oder anderen Zuseher des Videos sicher durch den Kopf gehen.
Ich gebe zu:
- Man kann und soll solche Vorträge bzw. Menschen wie Tony Robbins durchaus kritisch betrachten und analysieren.
- Es gibt sicher viele Punkte, die man an seinen Inhalten, seiner Haltung oder auch seiner Art zu recht beanstanden kann.
- Und, es ist sicher größtenteils nicht “wissenschaftlich fundiert”, was der gute Tony da von sich lässt.
Trotzdem glaube ich, dass in dem Video einige gute und wirklich wichtige “Learnings” enthalten sind.
Zurück zu den 3 zentralen Thesen dieses Blogbeitrags: “Wir sind emotionale Wesen. Emotionen beeinflussen unser Leben maßgeblich. Emotionen können wir beeinflussen.”
Wenn man sich (so wie ich hier) mit solchen Themen exponiert, läuft man immer Gefahr, sich der Lächerlichkeit preiszugeben. Denn es ist wesentlich einfacher, über rationale, überprüfbare und wissenschaftlich fundierte Inhalte zu sprechen oder zu schreiben (Descartes lässt grüßen). Trotzdem glaube ich, dass wir gerade in den Zeiten, in denen wir leben, mit Rationalität alleine nicht weiter kommen. Wir brauchen vor allem auch emotional aufgeladene Menschen, Situationen, Marken, Veranstaltungen etc. – denn hier liegt oft die wahre Ursache für Erfolg oder Misserfolg.
Ich stehe dazu, dass ich mich auch von Menschen wie Tony Robbins inspirieren lasse. Denn solche “Inputs” sind für mich mindestens genauso wichtig wie ein gutes, systematisches und fundiertes Fachbuch. Ich würde mir wünschen, dass wir Emotionen und das riesige Feld, das damit zusammen hängt, wieder öfter und intensiver thematisieren und diskutieren. Denn hier steckt ein wichtiger Schlüssel zur Bewältigung von Wandel, zur Schaffung von kreativen und innovativen Lösungen, zur Entwicklung der besseren Kultur des Miteinanders (auch in Projekten).
Abschließend möchte ich nochmal ein TED Video verlinken, nämlich den legendären Top-Beitrag im TED Ranking: “Jill Bolte Taylor’s stroke of insight“:
Auch im Kern von Jills legendärem Vortrag geht es nämlich um die emotionale Seite des menschlichen Bewusstseins. Und ich für meinen Teil kann sagen, dass ich dieses Thema noch nie zuvor in ähnlich ergreifender und fesselnder Art und Weise gehört habe. Auf der TED-Seite kann man übrigens sogar einen deutschen Untertitel einblenden.
Warum tun wir, was wir tun? Und wie können wir es besser tun?
Anthony Robbins ist ein amerikanischer Bestseller-Autor, Speaker und NLP-Trainer.
Was Ihr von ihm haltet, überlasse ich Eurer eigenen Kritik. Ich finde zumindest seine Vortragsweise ziemlich elektrifizierend und seine Thesen durchaus anregend. Offensichtlich geht’s nicht nur mir so, denn dieser Vortrag ist unter den Top 10 TEDTalks of all times: “Why we do what we do, and how we can do it better?”






